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		<title>2010: Sommer der Wetterextreme</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 12:48:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Wochen hält sich nun schon eine blockierende Wetterlage mit einem Trog über West- und Mitteleuropa und einem Hochkeil über Osteuropa (incl. großen Teilen Rußlands). Wetterlage am 12. August 2010 05:oo UTC: Die Karte zeigt die Temperatur bei 850 hPa (entsprechend ca. 1,5km Höhe), die Höhenströmung (Isohypsen) bei 500hPa (ca. 5,5-6km Höhe und die Druckverteilung am [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=118&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochen hält sich nun schon eine blockierende Wetterlage mit einem Trog über West- und Mitteleuropa und einem Hochkeil über Osteuropa (incl. großen Teilen Rußlands).</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/europe_2010081118_thgt850_6.png"><img title="Europe_2010081118_thgt850_6" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/europe_2010081118_thgt850_6.png?w=600&#038;h=425" alt="" width="600" height="425" /></a></p>
<p><em>Wetterlage am 12. August 2010 05:oo UTC: Die Karte zeigt die Temperatur bei 850 hPa (entsprechend ca. 1,5km Höhe), die Höhenströmung (Isohypsen) bei 500hPa (ca. 5,5-6km Höhe und die Druckverteilung am Boden auf Meereshöhe bezogen (Isobaren).</em> <em>Quelle: MeteoGroup</em></p>
<p>Auf der Rückseite des Troges führt eine nordwestliche Strömung kühle und feuchte Meeresluft heran, auf der Vorderseite des Troges bzw. der Rückseite des Hochkeils gelangt aus Südwesten  (sub)tropische Warmluft nach Osteuropa. Im Trog sorgen Tiefdruckwirbel immer wieder für zum Teil heftige Niederschläge und z.T. auch für Gewitter. Schon in den vergangenen Tagen brachte der Starkregen Überflutungen in Tschechien, Österreich und Sachsen. Neben millardenschweren Sachschäden waren auch einige Todesopfer zu beklagen. Im Einflußbereich des Hochkeils hält die extreme Hitzewelle und Trockenheit unterdessen an.</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/rgb-vis-hd-12082010-0600-utc.png"><img title="RGB VIS HD 12082010 0600 UTC" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/rgb-vis-hd-12082010-0600-utc.png?w=600&#038;h=161" alt="" width="600" height="161" /></a></p>
<p><em>Wetterlage am 12. August 2010 06:00 UTC im Satellitenbild (Natural Color RGB).Tiefdruckwirbel in einem Trog über West- und Mitteleuropa. Östlich davon ein nahezu wolkenfreier Hochkeil. Das Bild des europäischen Wettersatelliten MeteoSat ist in den drei Wellenlängenbereichen rot, grün und blau aufgenommen (Natural Color RGB). Vegetation erscheint grün, da das Chlorophyll der Pflanzen grün deutlich besser reflektiert als rot und blau. Wolken aus kleinen Wassertröpfchen reflektieren alle Wellenlängen und sind daher hellweiß. Eiswolken erscheinen jedoch cyanblau, weil Eis rotes Licht stark absorbiert und so diese Farbe übrigbleibt. Der unbewachsene Boden ist braun, denn rotes Licht wird besser reflektiert als blaues. Die Ozeane absorbieren alle Wellenlängen und erscheinen daher beinahe schwarz. Quelle: EUMETSAT</em></p>
<p>Immer wieder ausbrechende, großflächige Torf- und Waldbrände verpesten die Luft. Die Folgen sind katastrophal. Viele Menschen, vor allem Alte, Kranke und kleine Kinder leiden unter Kreislaufstörungen und Atembeschwerden. Allein in Moskau sterben zurzeit pro Tag fast doppelt so viel Menschen wie sonst. Anstatt 360-380 wie an einem normalen Tag, sind es jetzt über 700!</p>
<p><em><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/moskau-1.jpg"><img title="Russia Heat Wave" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/moskau-1.jpg?w=600&#038;h=400" alt="" width="600" height="400" /></a></em></p>
<p><em>Rauchschwaden nehmen den Einwohnern Moskaus den Atem und die Sicht. Quelle: AP</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Auch Pakistan und China erleben derzeit Wetterkatastrophen. In Pakistan sorgte ein ungewöhnlich heftiger Monsunregen für Überschwemmungen bei denen über 1500 Menschen zu Tode kamen und wahrscheinlich hundertausende obdachlos wurden. In China kam es nach Starkregen zu Erdrutschen. Einige hundert Menschen starben.</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/pakistan-reuters-1.jpg"><img title="Pakistan Floods" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/08/pakistan-reuters-1.jpg?w=600&#038;h=353" alt="" width="600" height="353" /></a></p>
<p><em>Überschwemmungen nach extremem Monsunregen in Pakistan. Quelle Reuters</em></p>
<p>Die augenblickliche Häufung von extremen Wetterlagen ist schon auffällig, war aber auch in den letzten Jahren schon zu beobachten.</p>
<p>Hitzewellen einerseits, Starkregen andererseits, so hatten es die Klimamodelle schon lange als Folge der globalen Erwärmung vorhergesagt und so scheint es nun auch einzutreffen.</p>
<p>Der vermehrte Starkregen läßt sich leicht erklären: Die ansteigenden Temperaturen erhöhen die Wasserverdunstung &#8211; auch im Mittelmeer &#8211; und damit die Luftfeuchtigkeit. Dadurch kondensieren bei der Wolkenbildung mehr Wassertröpfchen aus, so daß entsprechend mehr Kondensationswärme frei wird. Diese zusätzliche Wärme verleiht der Luft in der Wolke mehr Auftrieb, was wiederum die Wolkenbildung und die Bildung von Regentropfen enorm verstärkt. Auch die Wassermenge, die insgesamt ausregnen kann, ist bei höherer Luftfeuchtigkeit natürlich größer. Das alles begünstigt heftige Unwetter mit Starkregen, so wie wir sie jetzt wieder erleben.</p>
<p>Der Trend zu blockierenden Wetterlagen im Sommer könnte vielleicht mit der überproportionalen Erwärmung der Arktis zusammenhängen, die eine Folge der globalen Erwärmung ist. Dadurch verringert sich das in dieser Jahreszeit sowieso schon relativ schwach ausgeprägte Temperaturgefälles an der Polarfront weiter. Die Höhenströmung wird dann derart langsam, daß sich blockierende Wetterlagen mit einer meridionalen Zirkulation besonders leicht einstellen können. Hitzesommer verbunden mit langanhaltender Trockenheit werden dadurch wahrscheinlicher. Die überproportionale Erwärmung der Arktis hat vor allem mit der sogenannten Eis-Albedo-Rückkopplung zu tun:  Wenn das stark  reflektierende Meereises schmilzt, wird die Sonnenstrahlung durch die dann freiliegende dunkle Wasseroberfläche verstärkt absorbiert. Eine anfangs nur geringe Erwärmung wird so positiv verstärkt.</p>
<p>Einen anderen Mechanismus schlägt der britische Meteorologe <a></a><a href="http://www.globalsystemdynamics.eu/index.php?id=julianhunt">Julian Hunt</a> am University College London vor: Durch die zunehmende Erwärmung, insbesondere auch der Meere verstärkt sich durch intensivierte konvektive Prozesse die vertikale auf Kosten der horizontalen Luftzirkulation. Dadurch wird die Höhenströmung ausgebremst, was dann wiederum eine meridionale Luftzirkulation begünstigt. Hunt konnte diesen Mechanismus mit einem Modell erfolgreich demonstrieren.</p>
<p>Im Zusammenhang mit dem Extremwetter in Rußland, Pakistan, und China und Sachsen bleibt ein mulmiges Gefühl. Auch wenn einelne Wettergeschehnisse die globale Erwärmung nicht &#8222;beweisen&#8220;, so erscheint doch ein Zusammenhang zumindest plausibel. Genau werden wir es erst in einigen Jahrzehnten wissen, wenn dieser Sommer in eine korrekte Wetterstatistik eingegangen ist, die allein einen Klimawandel wissenschaftlich bestätigen kann.</p>
<p>Doch schon heute ist das Vorsorgeprinzip zu beachten. Sinnvoll erscheinen die Förderung und Umsetzung technischer Innovationen auf dem Energiesektor (Somnne, Wind, Kernspaltung, Kernfusion statt fossiler Brennstoffe)</p>
<p>Mit fossilen Brennstoffen als Hauptenergiequelle erscheint eine langfristige positive Zukunftsperspektive für die Menschheit unmöglich. Man stellen Sie einmal vor, einen Sommer mit einer Hitzewelle wie in Rußland und Überschwemmungen wie in Pakistan würde auch nur annähernd zum Regelfall!</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/klimawandel/'>Klimawandel</a>, <a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/wetter/'>Wetter</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=118&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Länger gemeinsam Lernen &#8211; Die Schulreform in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 12:39:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schulreform in Hamburg, das wichtigste gemeinsame Projekt der schwarz-grünen Koalition ist gescheitert. Das Kernstück der Reform, die Primarschule, wurde in einer von der Bürgerinitiative &#8222;WIR WOLLEN LERNEN&#8220; initiierten Volksabstimmung abgelehnt. Noch vor Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) für August 2010 seinen Rücktritt angekündigt. An der Primarschule sollten alle Kinder bis zur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=114&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schulreform in Hamburg, das wichtigste gemeinsame Projekt der schwarz-grünen Koalition ist gescheitert. Das Kernstück der Reform, die Primarschule, wurde in einer von der <a></a><a href="http://www.wir-wollen-lernen.de/">Bürgerinitiative &#8222;WIR WOLLEN LERNEN&#8220;</a> initiierten Volksabstimmung abgelehnt. Noch vor Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) für August 2010 seinen Rücktritt angekündigt.</p>
<p>An der Primarschule sollten alle Kinder bis zur 6. Klasse gemeinsam lernen (eingliedriges Schulsystem). Erst dann sollte sich entscheiden, wer eine weiterführende Schule bis zum Abitur besuchen kann und wer nicht (mehrgliedriges Schulsystem). Das wäre eine grundlegende Veränderung des in Deutschland üblichen dreigliedrigen Schulsystems aus Gymnasium, Realschule und Hauptschule gewesen, daß die Kinder schon nach der 4.Klasse auseinandersortiert (schulische Selektion nach Leistung). Andere Teile der Reform werden aber umgesetzt. So wird es neben den Gymnasien keine Realschulen und Hauptschulen mehr geben, sondern nur noch sogenannte Stadtteilschulen, in denen aber auch ein Abitur gemacht werden kann! Außerdem werden mehr Lehrer eingestellt, wenn auch nicht so viele wie bei der 6-jährigen Primarschule vorgesehen.</p>
<p>Die Befürworter der Reform, angeführt von der grünen Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL), argumentierten, eine längere Grundschulzeit würde &#8222;schwachen&#8220; Schülern aus benachteiligten Familien helfen und so die Chancengleichheit verbessern. Die Gegner sorgten sich vor allem um die &#8222;guten&#8220; Schüler. Deren Lernerfolg könnte unter zuviel Rücksichtnahme auf &#8222;schwächere&#8220; Schüler leiden.</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/christa_goetsch_v2.jpg"><img title="Christa_Goetsch_v2" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/christa_goetsch_v2.jpg?w=490&#038;h=653" alt="" width="490" height="653" /></a></p>
<p><em>Christa Goetsch (GAL), Schulsenatorin in Hamburg. Quelle: Wikipedia</em> </p>
<p>In vielen Kommentaren, so z.B. auf <a></a><a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,707278,00.html">SPIEGEL ONLINE</a>, wurde immer wieder hervorgehoben, daß es sich bei dem Hamburger Streit um die Schulreform um eine Art &#8222;Glaubenskrieg&#8220; gehandelt habe, denn es gäbe keine Beweise, welches Schulsystem das Bessere sei. Doch das stimmt so nicht, denn schon im Jahre 2006 wurde in einer Studie genau überprüft, welche Auswirkungen ein längeres gemeinsames Lernen auf den Schulerfolg hat.</p>
<p>Die Bildungsökonomen Ludger Wößmann vom IFO-Institut (<a href="http://www.cesifo.de/">www.cesifo.de/</a>) und Eric A. Hanushek von der Stanford University (<a href="http://www.hanushek.net/">www.hanushek.net/</a>) verglichen Lernerfolg und faire Bildungschancen (unabhängig von der familiären Herkunft, also Bildung und Einkommen der Eltern) bei  Schulsystemen verschiedener Länder. Dabei zeigte sich, daß nicht so sehr die zur Verfügung stehenden Geldmittel und die Klassengröße auschlaggebend waren, sondern vor allem die Zeit des gemeinsamen Lernens. Je später die Schüler auseinandersortiert wurden, also entsprechend ihres aktuelle erreichten Leistungsniveaus auf  verschiedene Schulformen verteilt wurden, umso besser! Das zeigt sehr schön die folgende Grafik:</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/inequaliity-in-tracked-school-systems.png"><img title="Inequaliity in tracked school systems" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/inequaliity-in-tracked-school-systems.png?w=490&#038;h=628" alt="" width="490" height="628" /></a></p>
<p><em>Streuung der Schülerleistungen am Ende der allen Ländern gemeinsamen Grundschulzeit (IGLU) im Vergleich zur </em><em>Oberstufe (PISA 2003), jeweils relativ zum Mittelwert aller Länder. Die Steigung der Geraden ist ein Maß für die Veränderungen der Ungleichheit in den schulischen Leistungen innerhalb des jeweiligen Landes. Die gelb dargestellten Länder haben bis zum PISA-Alter eingliedrige Schulsysteme, wo die Schüler gemeisam lernen; die schwarz dargestellten Länder haben dagegen Schulsysteme, die im PISA-Alter bereits mehrgliedrig sind. Besonders extrem sind die Verhältnisse in Deutschland, dessen Schulsystem die Schüler bereits nach der 4.Klasse aufteilt. Quelle: Hanushek,Wößmann 2006</em></p>
<p>In allen untersuchten Ländern werden die Schüler in den ersten 4 Jahren gemeinsam unterrichtet. Erst danach werden in einigen Ländern die Schüler auseinandersortiert, in anderen aber noch lange nicht. In vielen Ländern lernt man bis zur 10 Klasse gemeinsam, wo die Schüler im Durchschnitt bereits 16 Jahre alt sind.</p>
<p>Die Grafik vergleicht die Ungleichheiten der schulischen Leistungen nach 4 Jahren (Grundschule) und nach 10 Jahren (vor Beginn der Oberstufe, die zum Abitur führt). Damit werden konkrete Aussagen über die Auswirkungen eines kürzeren oder längeren gemeinsamen Lernens möglich.</p>
<p>Die schulischen Leistungen wurden anhand der Ergebnisse in internationalen Tests (IGLU, PISA) ermittelt, welche die Lesefähigkeiten der Schüler überprüften.</p>
<p>Auf der linken Seite der Grafik ist die Ungleichheit der Leistungsergebnisse im IGLU-Test nach der allen untersuchten Ländern gemeinsamen Grundschulzeit von 4 Jahren eingetragen, auf der der rechten Seite die Ungleichheit der Leistungsergebnisse im PISA-Test nach 10 Schuljahren. Maß für die Ungleichheit der Leistungsergebnisse innerhalb eines Landes ist die Standardabweichung der Testergebnisse. Die Standardabweichung beschreibt die durchschnittliche Abweichung der Einzelwerte vom Mittelwert. </p>
<p>Die Veränderung der Ungleichheit in den schulischen Leistungsergebnissen (Leistungsstreuung) wird durch die Steigung der Geraden wiedergegeben, welche die beiden als Punkte eingezeichneten Standardabweichungen eines jeden Landes verbindet. Länder, die ihre Schüler früh auseinandersortieren sind gelb, Länder die ihren Schülern ein längeres gemeinsames Lernen ermöglichen dagegen schwarz dargestellt.</p>
<p>Schon auf den ersten Blick fällt auf, daß nahezu alle dunklen Geraden nach oben zeigen, so gut wie alle gelben jedoch nach unten. Das heißt: In Ländern, die ihre Schüler schon frühzeitig in verschiedene Schulformen einsortieren, nimmt die Ungleichheit über die Jahre (fast) immer weiter zu, in Ländern, die ihre Schüler länger gemeinsam lernen lassen, nimmt sie dagegen (fast) immer weiter ab.</p>
<p>Besonders auffällig sind die Verhältnisse in Deutschland, dessen dreigliedriges Schulsystem eine anfangs nur geringe Ungleichheit der schulischen Leistungen mehr als verdreifacht. Es ist also ganz offensichtlich, das deutsche Schulsystem fördert die Ungleichheit der schulischen Leistungen und verfehlt damit das Ziel der Chancengleichheit unabhängig von der familiären Herkunft.</p>
<p>Wie groß die Abhängigkeit des schulischen Erfolges von der sozialen Herkunft in Deutschland wirklich ist, zeigt ein weiterer internationale Vergleich:</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/wosmann-west-schutz.png"><img title="Wößmann West Schütz" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/wosmann-west-schutz.png?w=490&#038;h=355" alt="" width="490" height="355" /></a></p>
<p><em>Schulische Selektion und sozialökonomischer Status. Quelle: Schütz, West, Wößmann (2007).</em></p>
<p>In Ländern, wo die Schüler mindestens bis zum 15. Lebensjahr gemeinsam lernen können ist der durchschnittliche Leistungsunterschied &#8211; untersucht wurden mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten &#8211; zwischen Schülern aus Familien mit hohem sozialen Status (oberste 25%) und niedrigem sozialen Status (unterste 25%) bei weitem nicht so ausgeprägt (57,6 zu 21,7 etwa 5:2), wie in Deutschland (und wenigen anderen Ländern), wo die Schüler schon mit 10 Jahren nach dem 4. Schuljahr getrennt werden (59,4 zu 0,0 etwa 60:0). Die Leistung von Schülern aus Familien mit hohem sozialen Status ist bei beiden Schulsystemen nahezu dieselbe.</p>
<p>Der familiäre Hintergrund der Schüler wurde anhand der Zahl der Bücher im Elternhaus ermittelt, ein guter und durch Befragung zuverlässig zu ermittlender Indikator für Einkommen und Bildungsstand der Eltern.</p>
<p>Der immer wieder vorgebrachte Einwand, daß längeres gemeinsames Lernen mit &#8222;schlechteren&#8220; Schülern den &#8222;besseren&#8220; Schülern schade, ist mit dieser Untersuchung, die sich auf immerhin rund 180.000 Schüler in 27 Ländern stützte, weitestgehend entkräftet. Was übrig bleibt ist die Tatsache, daß langes gemeinsames Lernen den Schülern mit ungünstigerem familiären Hintergrund eindeutig weiterhilft,  sogar mehr als alle anderen Maßnahmen wie mehr Lehrer und kleinere Klassen. </p>
<p>Eine spätere Aufteilung hilft Schülern übrigens nicht nur beim Lernen, sondern macht sie auch friedfertiger. Das konnten US-amerikanische Wissenschaftler in einer Studie aus dem Jahre 2007 direkt beweisen, in der es um Regelverstöße von Schülern und verschiedne Schulsysteme im US-Bundesstaat North Carolina ging. Schüler die in der 6. Klasse noch die gemeinsame Grundschule besuchten, waren nur halb so oft gewalttätig wie Schüler, die zu diesem Zeitpunkt schon auf eine andere Schule gewechselt hatten. Bei Drogendelikten war das Verhältnis mit 1:5 sogar noch günstiger. Die günstige Wirkung eines späteren Schulwechsels konnte  bis zur 9.Klasse nachgewiesen werden. Bis dahin zumindest wurde der Lebensweg der Schüler  bisher verfolgt.</p>
<p>Die Wissenschaftler erklären die Friedfertigkeit der späten Schulwechsler damit, daß sie nicht so wie die frühen Schulwechslern in einer sensiblen Lebensphase auf ältere Mitschüler treffen, die sie oft drangsalieren und/oder als negatives Vorbild wirken.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Es ist schon erstaunlich, was alleine die Verlängerung der Zeit des gemeinsamen Lernens bewirken kann. An diesem Beispiel wird deutlich, daß die Unterschiede in der Bildung und damit auch im sozialen Status und Einkommen in letzter Instanz nicht durch ein Naturgesetz vorgegeben sind, sondern zu einem erheblichen, ja überwiegenden Teil gesellschaftlich gemacht!</p>
<p><strong>Anhang: Gaußkurve und Standardabweichung</strong></p>
<p>Die Gaußkurve (Glockenkurve) beschreibt die am häufigsten vorkommende Wahrscheinlichkeitsverteilung von Werten bzw. Ereignissen. Die Standardabweichung ist ein Maß für die Streuung um den Mittelwert der Kurve.</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/change-standard-deviation.gif"><img title="Change-standard-deviation" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/change-standard-deviation.gif?w=490&#038;h=356" alt="" width="490" height="356" /></a></p>
<p><em>Zwei statistische Normalverteilungen mit gleichen Mittelwert, aber unterschiedlichen Standardabweichungen. Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Bei  der statistischen Normalverteilung liegen 68,2% aller Werte innerhalb einer Standardabweichung. Innerhalb der doppelten Standardabweichung sind es dann schon 95,4%.</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/400px-standard_deviation_diagram_white.jpg"><img title="400px-Standard_deviation_diagram_white" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/400px-standard_deviation_diagram_white.jpg?w=400&#038;h=200" alt="" width="400" height="200" /></a></p>
<p><em>Gaußkurve mit ein-, zwei- und dreifacher Standardabweichung. Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Die gesamte Fläche unter der Kurve steht für 100%, also die Gesamtheit aller Werte 100%, entsprechend der Wahrscheinlichkeit 1.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quellen: <a></a><a href="http://www.zew.de/en/publikationen/dfgflex/WOESSMANN%20Paper.pdf">&#8222;Does Educational Tracking Affect Performance and Inequality? Differences-in-Differences Evidence across Countries&#8220;, Economic Journal 116 von Ludger Wößmann und Eric A. Hanushek</a>;  <a href="http://www.oecd.org/dataoecd/53/59/39839361.pdf">&#8222;School Accountability, Autonomy, Choice and the Equity of Student Achievement: International Evidence from PISA 2003&#8243; von Ludger Wößmann, G. Schütz, M.R. West</a>; <a href="http://sanford.duke.edu/research/papers/SAN07-01.pdf">&#8222;Should Sixth Grade be in Elementary or Middle School? An Analysis of Grade Configuration and Student Behavior&#8220; von Philip J. Cook, Robert MacCoun, Clara Muschkin, Jacob Vigdor</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/politik-und-wirtschaft/'>Politik und Wirtschaft</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/114/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/114/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=114&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Christa_Goetsch_v2</media:title>
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			<media:title type="html">Inequaliity in tracked school systems</media:title>
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			<media:title type="html">Wößmann West Schütz</media:title>
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			<media:title type="html">Change-standard-deviation</media:title>
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			<media:title type="html">400px-Standard_deviation_diagram_white</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Wer wird Fußballweltmeister &#8211; Spanien oder die Niederlande?</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 16:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Die beiden Mathematiker Dr. Javier López Peña und Dr. Hugo Touchette an der Queen-Mary University of London haben eine Methode entwickelt, den Ausgang von Fußballspielen (relativ)zuverlässig vorherzusagen. Ausgangspunkt der mathematischen Analyse, die auf der Graphentheorie beruht, ist die Frage, wie gut die jeweilige Mannschaft als Netzwerk funktioniert. Das wiederum läßt sich an der Zahl der Pässe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=99&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Die beiden Mathematiker Dr. Javier López Peña und Dr. Hugo Touchette an der Queen-Mary University of London haben eine Methode entwickelt, den Ausgang von Fußballspielen (relativ)zuverlässig vorherzusagen. Ausgangspunkt der mathematischen Analyse, die auf der <a></a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graphentheorie">Graphentheorie</a> beruht, ist die Frage, wie gut die jeweilige Mannschaft als Netzwerk funktioniert. Das wiederum läßt sich an der Zahl der Pässe ablesen, die sich die Fußballer untereinander zuspielen. Um damit rechnen zu können, wird  jedem Spieler der Parameter &#8222;Centrality&#8220;  (Zentralität) ermittelt, der anhand der gespielten und zugespielten Pässe beschreibt, wie gut der Spieler in das mannschaftliche Netzwerk eingebunden ist.</div>
<div> </div>
<div>Mit ihrer mathematischen Analysemethode können Peña und  Touchette beispielsweise erklären, warum Deutschland im Achtelfinale gegen England gewonnen hat. Ein Blick auf die Spielnetzwerke beider Mannschaften gibt die entscheidende Hinweise:</div>
<div><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/footballgrapgermveng.png"><img title="footballgrapgermveng" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/footballgrapgermveng.png?w=490&#038;h=252" alt="" width="490" height="252" /></a></div>
<div>
<p><em>Die Spielnetzwerke der deutschen (links) und der englischen Mannschaft (rechts) Quelle: </em><a href="http://www.maths.qmul.ac.uk/"><em>http://www.maths.qmul.ac.uk/</em></a>  Die Engländer hatten ein gut organisiertes Mittelfeld um die Spieler Frank Lampard (Nr.8), Steven Gerrard (Nr.4) und Gareth Barry (14). Lampard schoß übrigens das zweite, zu Unrecht nicht anerkannte Tor der Engländer. Der Ball war eindeutig hinter der Linie gewesen, das sahen selbst viele Zuschauer auf der Tribüne, der Schiedsrichter sah es aber nicht! Allerdings haperte es in der englischen Mannschaft am Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Sturm, denn ihr Offensivspiel war zu einseitig auf ihren Stürmerstar Wayne Rooney (Nr.10) am linken Flügel ausgerichtet. Wie man in der Netzwerkgrafik klar erkennt, wurden beinahe alle Pässe auf ihn gespielt. Sein Kollege Jermain Defoe (Nr.19) ging dagegen nahezu leer aus. Er blieb vom spielerischen Netzwerk der Mannschaft isoliert. Das englische Angriffsspiel war somit für die Deutschen leicht ausrechenbar. Es genügte Rooney auszuschalten, und das englische Offensivspiel war vollständig blockiert.</p>
<p><em><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/fuball1.png"><img title="FUBALL~1" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/fuball1.png?w=490&#038;h=301" alt="" width="490" height="301" /></a></em></p>
<p><em>Fußballfeld  Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Auf deutscher Seite wurden insgesamt auffällig mehr Pässe gespielt als bei den Engländern, alles &#8222;flutschte&#8220; einfach besser. Die Angriffe der deutschen Mannschaft wurden von den Verteidigern Philipp Lahm (Nr.16, Kapitän der Mannschaft) und Per Mertesacker (Nr.17), manchmal aber von Arne Friedrich (Nr.3) eingeleitet. Dann lief es meistens weiter über die Drehscheibe im deutschen Spiel, den Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger (Nr.7), der dann entweder Lukas Poldolski (Nr.10) auf dem linken oder Thomas Müller (Nr.13) auf dem rechten Flügel anspielte. Alternativ wurde auch Mesut Oezil (Nr.8) dazwischengeschaltet. Dieser sorgte für einen schnellen Wechsel des Angriffsspiels von links nach rechts und umgekehrt. Die Deutschen hatten im Gegensatz zu den Engländern eine Sturmspitze, Miroslaw Klose (Nr.11), die immer wieder für Überraschungen gut war und wichtige Tore erzielte. </p>
<p>Entscheidend für den Sieg Deutschlands war also die häufigeren Pässe und das effektivere, schwerer ausrechenbare Anfgriffsspiel, das sowohl über den linken und rechten Flügel, als auch durch die Mitte vorgetragen wurde.</p>
<p>Doch Deutschland ist im Halbfinale gegen Spanien ausgeschieden, das nun im Endspiel gegen die Niederlande steht. Wer von beiden wird gewinnen und Fußballweltmeister 2010? Die Antwort liefert möglicherweise wiederum ein Vergleich der Spielnetzwerke beider Fußballmannschaften&#8230;</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/footballgraphollvspain.png"><img title="footballgraphollvspain" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/07/footballgraphollvspain.png?w=490&#038;h=254" alt="" width="490" height="254" /></a></p>
<p><em>Die Spielnetzwerke der niederländischen (links) und der spanischen Mannschaft (rechts) Quelle: </em><a href="http://www.maths.qmul.ac.uk/"><em>http://www.maths.qmul.ac.uk/</em></a></p>
<p>&#8230; und da verschlägt es einem den Atem! Ein so gut ausbalanciertes und eng gewobenes Spielnetzwerk haben wir bisher noch nicht gesehen. Die Spanier zeigen das komplizierteste und effektivste Zusammenspiel aller an der Weltmeisterschaft teilnehmenden Mannschaften. Sie spielen doppelt so viele Pässe wie die Niederländer und immerhin noch 40% mehr als die so beeindruckenden Deutschen. Entsprechend schwer ausrechenbar ist das spanische Spiel.</p>
<p>Entscheidend für die Stärke der spanischen Mannschaft ist das Spiel im Mittelfeld mit Sergio Busquets (Nr.16), Xavi (Nr.8), Xabi Alonso (Nr.14) und Andres Iniesta (Nr.6). Sie kontrollieren das Spiel durch ihr ausgeklügeltes Kurzpaßspiel und gewinnen auch die meisten Zweikämpfe. Der Sturm ist gut an das Mittelfeld angebunden. Herausragend ist David Villa (Nr.7), der während der Weltmeisterschaft im Durchschnitt 37 Pässe pro Spiel zugespielt bekam, deutlich mehr als alle anderen Stürmer im Tunier. Auch die Verteidiger Joan Capdevilla (Nr.11) und Sergio Ramos (Nr.15) schalten sich oft in das Angriffsspiel ein, erkennbar an ihrem recht häufigen direkten Zusammenspiel mit den Stürmern.</p>
<p>Das Spielnetzwerk der Niederlande ist vergleichsweise schwach entwickelt und insgesamt schlecht ausbalanciert. Das Spiel in Mittelfeld und Sturm ist auf nur wenige Spieler wie Dirk Kuyt (Nr.7) and Wesley Sneijder (Nr.10) konzentriert. Andererseits ist sogar ein Mittelfeldspieler wie Demy de Zeeuw (Nr.14) praktisch überhaupt nicht am Spielgeschehen beteiligt. Es ist daher leicht das niederländische Spiel zu zerstören. Gegnerische Mannschaften brauchen sich nur auf die wenigen aktiven Spieler der Niederlande zu konzentrieren. Die Stärke des niederländischen Spiels liegt auf der linken Seite. Wenige, hauptsächlich offensiv ausgerichtete Pässe, das ist typisch für ein schnelles Konterspiel auf der Basis einer gesicherten Verteidigung. Häufig werden die Tore auch nach Standardsituationen erzielt. Bei Eckbällen oder Freistößen, da sind die Niederlande gefährlich.</p>
<p>Die beiden Mathematiker Dr. Javier López Peña und Dr. Hugo Touchette prognostizieren &#8211; wir können es uns inzwischen schon denken &#8211; einen Sieg der spanischen Mannschaft. Ob es tatsächlich so kommt, schon bald werden wir es mit eigenen Augen sehen. Anpfiff: 11 Juli 2010, 20:30 Uhr (unsere Zeit) in Johannesburg, Südafrika. </p>
<p>Quelle: <a></a><a href="http://www.maths.qmul.ac.uk/~ht/footballgraphs/germanyVengland.html">Queen Mary University of London</a></p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Interessante Links: <a></a><a href="http://de.fifa.com/">Weltfußballverband (FIFA)</a>, <a></a><a href="http://www.dfb.de/">Deutscher Fußball Bund (DFB)</a><strong> </strong></p>
</div>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/sport/'>Sport</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/99/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/99/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=99&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Rekordeisschmelze in der Arktis</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/07/02/rekordeisschmelze-in-der-arktis/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 12:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem verspäteten, aber ungemein beschleunigten Wachstum bis März, begann das arktische Meereis - mit einem Monat Verspätung &#8211; im April zu schrumpfen. Im Mai nahm die Eisausdehnung mit einer Rate von mehr als 50% über dem Durchschnitt ab und erreichte am Monatsende ein absolutes Rekordminimum. Sogar die Kurve des bisherigen Rekordjahres 2007 wurde seitdem unterschritten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=102&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem verspäteten, aber ungemein beschleunigten Wachstum bis März, begann das arktische Meereis - mit einem Monat Verspätung &#8211; im April zu schrumpfen. Im Mai nahm die Eisausdehnung mit einer Rate von mehr als 50% über dem Durchschnitt ab und erreichte am Monatsende ein absolutes Rekordminimum. Sogar die Kurve des bisherigen Rekordjahres 2007 wurde seitdem unterschritten (Stand 1.Juli 2010).</p>
<p><em><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/n_stddev_timeseries.png"><img title="N_stddev_timeseries" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/n_stddev_timeseries.png?w=600&#038;h=480" alt="" width="600" height="480" /></a></em></p>
<p><em>Arktische Meereisausdehnung vom 1.März bis 1. Juli 2010 Quelle: NSIDC</em></p>
<p>Die arktische Meereisausdehnung im Jahre 2007 war so gering gewesen, daß die Experten bisher von einem statistischen Ausreißer nach unten infolge besonderer Wetterbedingungen ausgingen, denn die in der Arktis infolge der Eis-Albedo-Rückkopplung überproportional ansteigenden Temperaturen reichten als alleinige Erklärung einfach nicht aus. (Zur näheren Erklärung: Beim Abschmelzen des Meereises der Arktis kommt die darunter liegende, wesentlich dunklere Wasseroberfläche mit einem deutlich geringeren Reflektionsvermögen (Albedo) zum Vorschein. Die Sonnenstrahlung wird nun in wesentlich größerem Umfang absorbiert. Wasser und daüberliegende Luftschichten erwärmen sich deutlich mehr als zuvor. Es liegt eine sich selbst verstärkende positive Rückkopplung vor. Je mehr Eis geschmolzen ist, umso stärker die Erwärmung, wodurch noch mehr Eis schmilzt usw.usf.)</p>
<p>Mit den besonderen Wetterbedingungen, die hinzu kamen, ist eine Anomalie in der Luftzirkulation über der Nordhalbkugel gemeint: Über Kanada etablierte sich im Sommer 2007 für längere Zeit ein Hoch und über Sibirien gleichzeitig ein beständiges Tief. Beide Druckgebilde lenkten von Süden sehr viel warme Luft in die Arktis, wodurch die Temperaturen stark anstiegen. Das Hoch sorgte außerdem für einen Wind, der das Meereis aus der Arktis nach Süden trieb.</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/beaufort-gyre-transpolar-drift-circulation-anomaly.png"><img title="Beaufort Gyre Transpolar Drift Circulation Anomaly" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/beaufort-gyre-transpolar-drift-circulation-anomaly.png?w=588&#038;h=722" alt="" width="588" height="722" /></a></p>
<p><em>Der Beaufort Meereswirbel im westlichen Arktischen Ozean wird durch ein beständiges polares Kältehoch angetrieben. Neugebildetes oder vom Wirbel eingefangenes Meereis kann hier mehrere Jashre zirkulieren und so eine beträchtliche Dicke erreichen. Eis in der Transpolardift des östlichen Arktischen Ozeans verläßt die Arktis dagegen binnen ein oder zwei Jahren. Im Falle einer  beständigen sommerlichen Zirkulationsanomalie mit einem Hoch über dem nordkanadischen Archipel und Tiefs über Sibirien, gelangt vermehrt warme Luft in die Arktis (rote Pfeile), und  der Abtransport des Meereises mit der Transpolardrift wird verstärkt (blauer Pfeil). Quelle: AMAP (verändert)</em></p>
<p>Im Jahre 2008 nahm die arktische Meereisausdehnung nur unwesentlich zu, und auch die Zirkulationsanomalie war wieder da. Auch 2009 gab es kaum Veränderungen. Dazu ein wichtiger Hinweis: Normalerweise folgt auf ein Jahr mit geringer eines mit deutlich höherer Eisbedeckung, denn der offene nicht mehr vom Eis isolierte Ozean kühlt im Winter besonders schnell aus. Umso bemerkenswerter die tatsächliche Entwicklung!</p>
<p>Es gibt übrigens noch einen weiteren Mechanismus, der den Abschmelzprozeß des arktischen Meereises beschleunigt. Infolge der verstärkten Eisschmelze in den letzten jahren hat der Anteil des mehrjährigen, stabilen  Meereises gegenüber dem jungen, einjährigen,wesentlich schmelzanfälligeren Meereises immer weiter abgenommen. Der Grund: Das einjährige ist wesentlich dunkler als das mehrjährige Meereis, weil es durch zahlreiche kleine offene Wasserflächen unterbrochen ist. Wasser hat eine deutlich niedrigere Albedo als Eis (oder gar Schnee) und absorbiert daher mehr Sonnenlicht.</p>
<p>Die folgende Grafik zeigt den längerfristigen Trend beim arktischen Meereis noch einmal sehr schön im Überblick, wobei hier nicht die Eisausdehnung, sondern das Eisvolumen dargestellt wird. Das ist noch aussagekräftiger, da der Abschmelzprozeß des arktischen Meereises ja nicht nur die Eisfläche, sondern ganz besonders auch die Eisdicke betrifft.</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/20100608_figure5.png"><img title="20100608_Figure5" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/20100608_figure5.png?w=600&#038;h=437" alt="" width="600" height="437" /></a></p>
<p><em>Anomalien der arktischen Meereisvolumina von 1980-2010. Quelle: NSIDC </em></p>
<p>Es könnte durchaus sein, daß das Klimasystem in der Arktis schon einen Kipp-Punkt erreicht hat, wo selbstverstärkende Prozesse zum unaufhaltsamen und entgültigen Verlust des Meereises führen. Käme es dazu, so würde sich die globale Erwärmung wiederum beschleunigen, denn der Erde würde einer ihrer beiden größten reflektierenden Eisschilde fehlen, die Albedo  des Planeten also merklich abnehmen.</p>
<p>Auch das augenblickliche, schon länger anhaltende Aktivitätsminimum der Sonne hat es bisher nicht vermocht die arktische Meereisschmelze zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen. Im Gegenteil, vieles spricht sogar für eine Beschleunigung!</p>
<p>Der zusätzliche, menschengemachte Treibhauseffekt erweist sich hier, im Bündnis vereint mit positiven Rückkopplungseffekten, als unerwartet zäher Widersacher der schwachen Sonne.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong> </p>
<p>Quellen: <a></a><a href="http://nsidc.org/">NSIDC</a>, <a></a><a href="http://www.amap.no/">AMAP</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/klimawandel/'>Klimawandel</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/102/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/102/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=102&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">N_stddev_timeseries</media:title>
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			<media:title type="html">Beaufort Gyre Transpolar Drift Circulation Anomaly</media:title>
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		<title>Führt die deutsche Sparpolitik in die Deflation?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 13:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vorfeld des G-20 Gipfels 2010 (G20 Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) hat sich zwischen Politikern und Ökonomen aus den USA und Deutschland eine kontroverse wirtschaftspolitische Debatte entwickelt. Nacheinander kritisierten US-Finanzminister Timothy Geithner, der US-amerikanische Wirtschaftnobelpreisträger Paul Krugman, US-Präsident Barack Obama und der Investor und Börsenspezialist George Soros in Reden, Interviews und Zeitungsartikeln die deutsche Sparpolitik, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=116&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeld des G-20 Gipfels 2010 (G20 Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) hat sich zwischen Politikern und Ökonomen aus den USA und Deutschland eine kontroverse wirtschaftspolitische Debatte entwickelt. Nacheinander kritisierten US-Finanzminister <a></a><a href="http://www.ftd.de/politik/international/:g20-finanzgipfel-geithner-geisselt-deutschen-sparkurs/50123469.html">Timothy Geithner</a>, der US-amerikanische Wirtschaftnobelpreisträger <a></a><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/breitseite-gegen-bundesbank-chef-axel-weber-waere-ein-risiko-fuer-den-euro;2604560;0">Paul Krugman</a>, US-Präsident <a></a><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/kritik-am-sparkurs-deutschland-im-visier-der-us-politik;2604573;0">Barack Obama</a> und der Investor und Börsenspezialist <a></a><a href="http://www.ftd.de/politik/europa/:gastkommentar-george-soros-deutschland-verschlimmert-die-euro-krise/50133028.html">George Soros</a> in Reden, Interviews und Zeitungsartikeln die deutsche Sparpolitik, welche die Erholung der Weltwirtschaft nach der Krise gefährde und damit zusammenhängend die einseitige Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf den Export. Auf der Gegenseite verteidigten u.a. Bundeskanzlerin Angela Merckel, Finanzminister <a></a><a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/wolfgang-schaeuble-droge-staatsverschuldung-muss-abgesetzt-werden;2606550">Wolfgang Schäuble</a> und der Vorsitzende des Rates der &#8222;Wirtschaftsweisen&#8220; <a></a><a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/oekonomie-wie-waere-es-mit-fakten-herr-krugman;2605582">Wolfgang Franz</a> die deutsche Politik. Die wirtschaftliche Erholung sei inzwischen robust genug, um mit dem Abbau der während der Krise angehäuften Schulden zu beginnen. Umgekehrt warf man den USA vor, mit ihrer hohen Schuldenaufnahme die Gefahr einer weltweiten Inflation heraufzubeschwören.</p>
<p>Hintergrund der Kontroverse, welche auch den wirtschaftspolitischen Teil der diesjährigen G20-Beratungen bestimmte, sind Deutschlands seit Jahren anhaltend hohe Exportüberschüsse. Diese kommen hauptsächlich durch die gegenüber den wichtigsten europäischen Handelspartnern deutlich zurückbleibenden  Lohnstückkosten in Deutschland zustande; eine wichtige Rolle spielt aber auch die anerkannt gute Qualität deutscher Waren und Dienstleistungen. Die Lohnstückkosten entsprechen dem Quotienten aus der jährlichen gesamtwirtschaftlichen Lohnsumme  (Arbeitnehmerentgeld) und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), also dem Gesamtwert aller im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen innerhalb des Berechnungsjahres.</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/lohnstueckkosten20international.jpg"><img title="Lohnstueckkosten%20international" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/lohnstueckkosten20international.jpg?w=490&#038;h=304" alt="" width="490" height="304" /></a></p>
<p><em>Die Lohnstückkosten in Deutschland sind von 2000 bis 2008  gegenüber anderen wichtigen Handelsnationen relativ gesunken. Ein erheblicher Einfluß kann aber auch von den jeweiligen Wechselkursen ausgehen, wie z.B. in den USA. Hier sind die Lohnstückkosten auf nationaler Währungsbasis um 0,7% , auf EURO-Basis aber um 6,3%(!) gesunken. Ursache ist der hohe Kursverlust des Dollar ($) gegenüber dem EURO (€). Quelle: </em><a href="http://www.bdi.eu/"><em>http://www.bdi.eu/</em></a></p>
<p>Durch die vergleichsweise immer weiter zurückfallenden Lohnstückkosten hat Deutschland auf Kosten anderer Länder deutlich Marktanteile gewonnen und erzielt so regelmäßig einen großen Außenhandelsüberschuß, exportiert also deutlich mehr als es importiert.</p>
<p>Damit Deutschland so hohe Außenhandelsüberschüsse erzielen kann, müssen sich andere Nationen natürlich dementsprechend verschulden. Das kann  auch gar nicht anders sein, denn  jede Handelsnation verdient mit ihren Exporten das Geld für ihre Importe.</p>
<p>Nationen mit Außenhandelsdefiziten (weniger Exporte als Importe)werden also automatisch zu Schuldnern von Nationen mit Außenhandelsüberschüssen (mehr Exporte als Importe).</p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/auslandsvermogen-europa.png"><img title="Auslandsvermögen Europa" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/auslandsvermogen-europa.png?w=439&#038;h=333" alt="" width="439" height="333" /></a></p>
<p><em>Deutschland ist Gläubiger in der Europäischen Währungsunion (EWU) und verfügt über entsprechende Auslandsvermögen. Alle übrigen aufgeführten Länder dagegen haben Schulden. Quelle: Wirtschaftsdienst 2010/6</em></p>
<p>Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung verschärfen nun noch die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen Deutschland und seinen Handelspartnern, denn sie erzeugen erhebliche Nachfrageausfälle im Inland, vermindern dadurch auch die Importe und erhöhen dadurch die deutschen Außenhandelsüberschüsse.</p>
<p>Die Nachfrageausfälle im Inland bremsen die nach dem Höhepunkt der Krise gerade erst wieder langsam einsetzende Dynamik der deutschen Wirtschaft. Das liegt an einem selbstverstärkenden Schneeballeffekt aus geringerer Nachfrage, weniger Investitionen der Unternehmen infolge schlechterer Absatzerwartungen, mehr Arbeitslosigkeit, weniger Einkommen, noch weniger Nachfrage usw.usf. Die Steuereinnahmen gehen zurück und  die Aufwendungen bei den sozialen Sicherungssystemen snehmen zu infolge der  ansteigenden Arbeitslosigkeit.  Am Ende werden so alle Sparanstrengungen zunichte gemacht. Die Staatsschulden steigen wieder, die allgemeine Infrastruktur zerfällt zusehens und wirtschaftlich steht  Deutschland schlechter da als zuvor. Das würde sicher nicht zum Vorteil zukünftiger Generationen gereichen, deren Wohl in der deutschen Politik  ja immer wieder zur Rechtfertigung der Sparmaßnahmen beschworen wird. Ein Abbau der Staatsschulden kann gelingen, aber nur mit einer ausreichenden wirtschaftlichen Dynamik. Daher sollte man in Deutschland dem Wirtschaftswachstum und da besonders dem Binnenmarkt politische Priorität einräumen. Doch man tut, wie geschildert, genau das Gegenteil und setzt (fast) nur auf erhöhte Exporte. Das geht aber nur, indem Deutschland die anderen Handelsnationen niederkonkurriert. Diese müssen dann immer mehr Schulden machen, um immer mehr deutsche Waren und Dienstleistungen trotz zurückgehender Exporte zu importieren.</p>
<p>Innerhalb der EURO-Zone (europäische Währungsunion) sind die Folgen dieser deutschen Außenhandelspolitik besonders gravierend, da  es hier infolge der gemeinsamen Währung keinen ausgleichenden Wechselkursmechanismus mehr gibt. Dieser sorgt normalerweise für eine Abwertung der Landeswährung bei Außenhandelsdefiziten, wodurch exportierte Waren und Dienstleistungen relativ billiger werden, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit verbesssert. Da den betroffenen Ländern der EURO-Zone dieser rettende Ausweg aus Außenhandelsdefizit und Verschuldung versperrt ist, bleibt ihnen nichts anderes übrig als Preise und Löhne auf breiter Front zu senken, um so konkurrenzfähiger zu werden. Dadurch geraten ihre Volkswirtschaften aber in eine Abwärtsspirale mit Deflation und hoher Arbeitslosigkeit. </p>
<p>Sollte es der deutschen Bundesregierung gelingen ein rigoroses Sparprogramm zum Abbau der Staatsschulden durchzusetzen, und sollte sie weiterhin versuchen, durch höhere Außenhandelsüberschüsse aus der Wirtschaftskrise herauszukommen, so wären die übrigen Mitglieder der  EURO-Zone ganz besonders betroffen. Irgendwann aber werden es die anderen Handelsnationen nicht mehr hinnehmen, daß Deutschland auf diese Weise seine Arbeitslosigkeit &#8222;exportiert&#8220;. Dann droht ein neuer Protektionismus und damit ein Ende des freien Welthandels, der allen beteiligten Nationen so viel Wohlstand bringt und darüber hinaus der Völkerverständigung dient. Das würde nicht nur die Volkswirtschaften in Deutschland und Europa, sondern der gesamten Weltwirtschaft enorm schaden.</p>
<p>George Soros fasste am 23. Juni 2010 die Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik in einer <a></a><a href="http://ecfr.3cdn.net/c5863f4bd7fe83896b_yhm6bx8bb.pdf">Rede an der Humboldt Universität in Berlin </a>  so zusammen:</p>
<p>Die von Deutschland der EURO-Zone aufgezwungene Sparpolitik gefährdet die Währungsunion und führt direkt in eine Deflation. Diese Politik steht damit „im direkten Widerspruch zu den Lehren aus der Großen Depression der 1930er Jahre.“ Deutschland und Europa droht eine langanhaltende wirtschaftliche Stagnation oder gar Schlimmeres. </p>
<p><a href="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/georgesorosgivesspeecheconomicrecovery9zprdwhz_bil.jpg"><img title="George+Soros+Gives+Speech+Economic+Recovery+9ZPrdwhz_Bil" src="http://geistdergesetze.files.wordpress.com/2010/06/georgesorosgivesspeecheconomicrecovery9zprdwhz_bil.jpg?w=420&#038;h=594" alt="" width="420" height="594" /></a></p>
<p><em>George Soros (Foto Alex Wong/Getty Images) Quelle: </em><a href="http://www.zimbio.com/"><em>http://www.zimbio.com/</em></a></p>
<p>Soziale Unruhen und ein zunehmender Nationalismus könnten dann sogar die Demokratie in Europa gefährden, fürchtet Soros. Deshalb empfielt er Deutschland, die Wärungsunion notfalls einfach zu verlassen und wieder zur DM zurückzukehren. Die übriggebliebenen Länder der Währungsunion bekämen so die Möglichkeit den EURO abzuwerten, damit ihre Außenhandelsdefizite abzubauen und so letztendlich wieder aus den wirtschaftlichen Tal herauszukommen. Deutschland hingegen werde ganz allein mit einer stark aufgewerteten DM in eine deflationäre Abwärtsspirale geraten. Soros schließt seine Rede zum Schluß aber versöhnlich, indem er ausdrücklich feststellt: ”Natürlich ist dies rein hypothetisch, denn wenn Deutschland aus dem Euroverbund ausschiede, hätte das undenkbare politische Konsequenzen. Doch könnte dieses Gedankenspiel nützlich sein, um zu verhindern, daß das Undenkbare tatsächlich eintritt.”</p>
<p>Die US-amerikanische Kritik (<a></a><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-minister-geithner-ungewoehnlich-scharfe-worte-im-yuan-streit;2599291">Geithner</a>, <a></a><a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/11/dealing-with-chermany/">Krugman</a> u.a.) galt zunächst auch China, dem vorgeworfen wurde durch die Dollaranbindung des Renminbi-Yuan seine Währung unterzubewerten und auf diese Weise seiner Exportindustrie ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Inzwischen hat China aber nachgegeben und die Dollaranbindung seiner Währung aufgegeben. China wurde daraufhin ausdrücklich für seine weltwirtschaftlich verantwortungsbewußte Handlungsweise gelobt.</p>
<p>Aber auch schon vorher hat sich China von seiner traditionell rein exportorientierten Wirtschaftspolitik gelöst. Wie die westlichen Demokratien hat auch China gegen die Weltwirtschaftskrise ein umfangreiches Konjunkturprogramm, um den eigenen Binnenmarkt zu stützen und Exporteinbrüche auszugleichen. Das kam natürlich auch der  Weltwirtschaft zugute. China scheint aber auch grundsätzlich mehr für den privaten Konsum tun zu wollen. Für hoch qualifizierte Angestellte gab es schon während der letzten Jahren sehr deutliche Lohnerhöhungen. Inzwischen bemüht sich der Staat aber auch vermehrt um die Arbeiter, die bisher kaum von dem gewaltigen Wirtschaftsaufschwung in China profitierten. Sogar Streiks für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen werden jetzt vielerorts schon geduldet (<a></a><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,700698,00.html">DER SPIEGEL</a>, <a></a><a href="http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/china-verabschiedet-sich-von-billigproduktion-432799/">WiWo</a>).</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quellen: <a href="http://www.ftd.de/">www.ftd.de/</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/">http://www.handelsblatt.com/</a>, <a href="http://ecfr.eu/">http://ecfr.eu/</a>, <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/">http://krugman.blogs.nytimes.com/</a>, <a href="http://www.wiwo.de/">http://www.wiwo.de/</a> (vgl. Verweise im Text)</p>
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		<title>Weltraumteleskop Kepler entdeckt erdähnliche Exoplaneten</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/06/27/weltraumteleskop-kepler-entdeckt-erdahnliche-exoplaneten/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 22:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenswertes]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit März 2009 umkreist das NASA-Weltraumteleskop Kepler auf der Suche nach Exoplaneten die Sonne auf einer Bahn, die nur ein wenig von der der Erde abweicht. Das US-amerikanische Weltraumteleskop läuft auf seiner Bahn der Erde immer etwas hinterher, entfernt sich nach und nach von unserem Planeten und kann so unbeeinträchtigt von Sternbedeckungen durch die Erde beobachten. In [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=111&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit März 2009 umkreist das NASA-Weltraumteleskop Kepler auf der Suche nach Exoplaneten die Sonne auf einer Bahn, die nur ein wenig von der der Erde abweicht. Das US-amerikanische Weltraumteleskop läuft auf seiner Bahn der Erde immer etwas hinterher, entfernt sich nach und nach von unserem Planeten und kann so unbeeinträchtigt von Sternbedeckungen durch die Erde beobachten. In einem genau definierten Himmelsareal im Sternbild Schwan mit etwa 100.000 Sternen sucht Kepler nach Planetentransits, welche sich in Form einer minimalen Helligkeitsabnahme des betroffenen Sterns bemerkbar machen.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/kepler-field-of-view.jpg"><img title="Kepler Field of View" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/kepler-field-of-view.jpg?w=600&#038;h=328" alt="" width="600" height="328" /></a></p>
<p><em>Das US-Weltraumteleskop Kepler sucht in einem festen Ausschnitt des Sternenhimmels im Sternbild Schwan (Cygnus) nach Exoplaneten. Quelle: NASA</em> </p>
<p>Bei einem Planetentransit schiebt sich der Planet auf seiner Umlaufbahn  zwischenzeitlich vor die Sternscheibe und dunkelt sie ein wenig ab. Bei dem Vorübergang eines jupitergroßen Planeten beispielsweise, beobachtet man eine Helligkeitsabnahme von etwa 1/100 (1%), bei einem erdgroßen Planeten sind es lediglich noch 1/10000 (0,1 Promille).  Aus dem Grad der Helligkeitsabnahme läßt sich also unmittelbar die Größe des Exoplaneten herleiten. Der Zeitraum zwischen zwei Vorübergängen ergibt die Umlaufzeit und damit auch der Abstand des Planeten von seinem Heimatstern. Kennt man außerdem auch noch die Leuchtkraft des Heimatsterns, so können auch begründete Vermutungen über die Oberflächentemperatur des Exoplaneten angestellt werden.</p>
<p>Die entscheidende Voraussetzung für die Beobachtung eines Planetentransits bei einem fremden Stern ist allerdings, daß die Bahnebene des Exoplaneten nicht allzusehr gegen die Sichtlinie geneigt ist. Die Wahrscheinlichkeit für die Beobachtung eines Transits von einem in etwa erdgroßen Planeten liegt bei nur 0,005 (0,5%), erhöht sich aber natürlich mit der Anzahl der beobachteten Sterne. Ein einzelner (vermeintlicher)Planetentransit (Vorübergang des Planeten vor der Sternscheibe)muß noch nichts bedeuten, denn die Helligkeitsabnahme eines Sterns kann auch andere Ursachen haben. Beobachtet man aber einen Transit 2 oder gar 3 mal (in  gleichen zeitlichen Abständen) hintereinander , dann handelt es sich um einen echten Planetenkandidaten. Ab mindestens 4 beobachteten Transits gilt die Entdeckung des Exoplaneten als gesichert. </p>
<p>Im Januar 2010 wurden die ersten fünf Planetenentdeckungen durch das Weltraumteleskop Kepler bekanntgegeben (vgl. <a></a><a href="http://farawayworlds.wordpress.com/2010/01/06/telegramm-9-die-ersten-5-exoplaneten-von-kepler/">Telegramm 9</a>). Dabei handelte es sich jedoch nicht um erdähnliche Planeten, sondern um Planeten, die am ehesten mit Jupiter oder Neptun in unserem Sonnensystem vergleichbar sind. Die Planeten umkreisen ihren jeweiligen Heimatstern auf sehr engen Bahnen, so daß sie extrem hohe Oberflächentemperaturen aufweisen.</p>
<p>Doch inzwischen wurden anscheinend auch deutlich kleinere Planeten entdeckt.</p>
<p>Auf der diesjährigen TEDglobal-Konferenz in Oxford sprach der  zu dem Wissenschaftlerteam von Kepler gehörende Astrophysiker Dimitar Sasselov (Harvard University) über die Entdeckung von insgesamt über 700 neuen Planetenkandidaten, darunter auch mindestens 140 von der Größenordnung der Erde! Die Neuentdeckungen sind aber noch vorläufig und müssen durch  die Beobachtung weiterer Planetentransits abgesichert werden.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/06/27/weltraumteleskop-kepler-entdeckt-erdahnliche-exoplaneten/"><img src="http://img.youtube.com/vi/F8bM8K7W_R8/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p><em>Das Video des Vortrages von Dimitar Sasselov. Quelle YouTube</em></p>
<p>Da deutet sich ein echter Durchbruch bei der Suche nach Exoplaneten an, denn unter allen bisher entdeckten Planeten sind die meisten Gasplaneten wie Jupiter, Saturn oder Neptun. Nur einige wenige sind sogenannte Supererden mit einer Größe zwischen Erde und Neptun. Die jetzt gefundenen Exoplaneten sind anscheinend die erdähnlichsten, die je gefunden wurden, denn alle haben nur eine Größe zwischen 1 und 2  Durchmessern der Erde. Wegen ihrer geringen Größe kann es sich nur um echte Felsplaneten handeln, aber nicht um Gasriesen oder irgendwelche Zwischenformen.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/sasselov-planet_2010juni.jpg"><img title="sasselov-planet_2010juni" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/sasselov-planet_2010juni.jpg?w=580&#038;h=247" alt="" width="580" height="247" /></a></p>
<p><em>Statistische Größenverteilung der Exoplaneten vor (Juni 2010)   &#8230;</em></p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/sasselov-planet_2010juli.jpg"><img title="sasselov-planet_2010juli" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/07/sasselov-planet_2010juli.jpg?w=580&#038;h=247" alt="" width="580" height="247" /></a></p>
<p><em>&#8230; und nach den neuen Entdeckungen (Juli 2010). Von den 700 bisher entdeckten Planeten gelten 270 als nahezu gesichert. Mehr als die Hälfte davon ähnelt zumindest in der Größe der Erde. Quelle: Vortrag Dimitar Sasselov </em><a href="http://www.ted.com/"><em>www.ted.com/</em></a></p>
<p>Eine offizielle wissenschaftliche Veröffentlichung mit genaueren Informationen soll in Kürze folgen. Als nächstes wird dann überprüft, ob und wenn ja wieviele der Kandidaten sich in der habitablen Zone ihres Heimatsternes bewegen, also in einer Entfernung, bei der lebensfreundliche Oberflächentemperaturen herrschen könnten.<em> </em></p>
<p>Die philosophischen Implikationen der Entdeckung auch im engeren Sinne erdähnlicher Planeten wäre mindestens vergleichbar mit denen der kopernikanischen Revolution (heliozentrisches Weltsystem)!</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quellen: <a></a><a href="http://www.ted.com/talks/dimitar_sasselov_how_we_found_hundreds_of_earth_like_planets.html">TED</a>, Kepler Home Page (<a href="http://kepler.nasa.gov/">http://kepler.nasa.gov/</a>), Wikipedia</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/astronomie/'>Astronomie</a>, <a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/wissenswertes/'>Wissenswertes</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/111/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/111/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=111&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Kepler Field of View</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>La Nina löst El Nino ab</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/06/27/la-nina-lost-el-nino-ab/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 06:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vermessung der Meeresspiegelhöhen im Pazifik durch den NASA/ESA-Ozeanographie-Satelliten Jason 2 (Ocean Surface Topography Mission)zeigt einen Übergang vom El Nino- zum La Nina-Modus innerhalb der letzten Monate an. Erhöhte Meeresspiegel entsprechen warmem Wasser (rot und gelb), erniedrigte Meeresspiegel kaltem Wasser (blau); mittlere Meeresspiegel (grün). Quelle: NASA In Bereichen warmen Wassers (rot und gelb), den Überbleibseln [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=104&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vermessung der Meeresspiegelhöhen im Pazifik durch den NASA/ESA-Ozeanographie-Satelliten Jason 2 (Ocean Surface Topography Mission)zeigt einen Übergang vom El Nino- zum La Nina-Modus innerhalb der letzten Monate an.</p>
<p><a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/el-nino-to-la-nina-jason-2.jpg"><img title="El Nino to La Nina Jason 2" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2010/07/el-nino-to-la-nina-jason-2.jpg?w=600&#038;h=583" alt="" width="600" height="583" /></a></p>
<p><em>Erhöhte Meeresspiegel entsprechen warmem Wasser (rot und gelb), erniedrigte Meeresspiegel kaltem Wasser (blau); mittlere Meeresspiegel (grün). Quelle: NASA</em></p>
<p>In Bereichen warmen Wassers (rot und gelb), den Überbleibseln von El Nino, ist der Meeresspiegel erhöht, in Bereichen kalten Wassers (blau) dagegen erniedrigt. Letztere zeigen den beginnenden La Nina an. Quelle: JPL NASA (<a href="http://tinyurl.com/3y4gphq">http://tinyurl.com/3y4gphq</a>)<br />
<a href="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2009/02/enso-2.gif"><img title="enso-2" src="http://wetterjournal.files.wordpress.com/2009/02/enso-2.gif?w=604&#038;h=234" alt="" width="604" height="234" /></a></p>
<p><strong><em>El Nino Southern Oscillation (ENSO)</em></strong></p>
<p><em>La Nina-Phase: Sehr starke Passatwinde treiben das warme pazifische Oberflächenwasser westwärts, wodurch an den Westküsten Nord- und Südamerikas kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser hervorquillt und der Pazifik in weiten Bereichen kühler wird.</em></p>
<p><em>El Nino-Phase: Sinkt der Druckgradient zwischen Subtropenhochs und dem äquatorialen Wärmetief der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) im Westpazifik, so werden die Passate schwächer. Dann strömt das im Westpazifik aufgestaute warme Oberflächenwasser nach Osten zurück, wodurch die Wasseroberfläche des Pazifik großflächig wärmer wird (El Nino). Quelle: <a href="http://www.soest.hawaii.edu/MET/Enso/">http://www.soest.hawaii.edu/MET/Enso/</a></em></p>
<p>Ein La Nina hat global gesehen einen abkühlenden Effekt, bei einem El Nino wird es dagegen wärmer.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/wetter/'>Wetter</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/104/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=104&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">El Nino to La Nina Jason 2</media:title>
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			<media:title type="html">enso-2</media:title>
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		<item>
		<title>Exoplanet auf seiner Bahn um den Stern Beta Pictoris abgelichtet</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/06/12/exoplanet-auf-seiner-bahn-um-den-stern-beta-pictoris-abgelichtet/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 22:34:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Beta Pictoris ist ein junger, heißer Stern der Spektralklasse A im Sternbild Pictor (Maler) und fast doppelt so massereich wie die Sonne. Im Jahre 1983 entdeckte das von den USA, Großbritannien und den Niederlanden gemeinsam entwickelte Infrarotteleskop IRAS eine Gas- und Staubscheibe um den 62 Lichtjahre entfernten Stern. Ein Jahr später gelang es diese Scheibe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=108&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beta Pictoris ist ein junger, heißer Stern der Spektralklasse A im Sternbild Pictor (Maler) und fast doppelt so massereich wie die Sonne. Im Jahre 1983 entdeckte das von den USA, Großbritannien und den Niederlanden gemeinsam entwickelte Infrarotteleskop IRAS eine Gas- und Staubscheibe um den 62 Lichtjahre entfernten Stern. Ein Jahr später gelang es diese Scheibe auch direkt zu fotografieren. </p>
<p>Gas- und Staubscheiben um junge Sterne, das entsprach genau der Vorhersage der gängigen Theorie über die Entstehung von Planeten bei Sternen, und nun hatte man tatsächlich so eine Scheibe gefunden.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/betapic_iras.jpg"><img title="betapic_iras" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/betapic_iras.jpg?w=492&#038;h=444" alt="" width="492" height="444" /></a></p>
<p><em>Infrarotaufnahme der Gas- und Staubscheibe um Beta Pictoris. Quelle: IRAS-NASA </em></p>
<p>Beta Pictoris war damit das erste in der Entstehung begriffene extrasolare Planetensystem, das jemals entdeckt wurde! </p>
<p>Die  Theorie über die Planetenenstehung, welche in ihren Grundzügen schon durch den Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) im 18. Jahrhundert (!) formuliert wurde, geht davon aus, daß  Planeten eine allgemeine Begleiterscheinung  der Sternentstehung sind:</p>
<p>Eine interstellare Wolke aus Gas (99%) und Staub (1%) mit einem Durchmesser von etwa einem Lichtjahr kollabiert unter dem Einfluß ihrer eigenen Schwerkraft und gerät dabei in Rotation. Wegen der Erhaltung des Drehimpulses dreht sich die Wolke immer schneller und flacht infolge der Rotation zu einer Scheibe ab. Das Zentrum verdichtet sich immer weiter bis  Dichte und Temperatur so hoch sind, daß ein Stern entsteht, in dessen Innerem energieliefernde Kernverschmelzungsprozesse starten. Der Hauptdrehimpuls verbleibt in der Gas- und Staubscheibe. Wenn sich diese sogenannte protoplanetare Scheibe langsam abkühlt, kommt es zu Kondensationsvorgängen an den vielen, als Kondensationskerne wirkenden Staubteilchen. Diese werden dadurch immer größer und sammeln sich in der Scheibenebene, sowohl unter dem Einfluß der Schwerkraft als auch wegen der Bremswirkung durch das Gas in der protoplanetaren Scheibe. Dicht gedrängt in der Scheibenebene begegnen sich die Staubteilchen immer häufiger, um aneinander haften zu bleiben. Das Wachstum der Staubteilchen beschleunigt sich dementsprechend, und es bilden sich die ersten Planetesimale mit Durchmessern von bis zu einigen Kilometern.</p>
<p><img title="07111" src="http://keynesianismus.files.wordpress.com/2009/01/07111.jpg?w=700&#038;h=350&#038;h=350" alt="07111" width="700" height="350" /></p>
<p><em>Planetenentstehung aus einer Gas- und Staubscheibe, der sogenannten protoplanetaren Scheibe.  Quelle: </em><a href="http://www.mhhe.com/physsci/astronomy/arny/indexnew.mhtml"><em>http://www.mhhe.com/physsci/astronomy/arny/indexnew.mhtml</em></a></p>
<p>In Abhängigkeit von der Temperatur der Scheibe, die von innen nach außen abnimmt, kondensieren im inneren, heißen Bereich bis 0,5 AE vorwiegend metallische Teilchen, ab 1 AE Abstand überwiegen dann die Silikate, und bei 3 AE wird schließlich die sogenannte &#8222;Schneegrenze“ erreicht, wo dann auch Eisteilchen auskondensieren. 1 Astronomische Einheit (AE) entspricht dabei der Entfernung Erde - Sonne (150 Millionen km). Die Planetesimale sind bald groß genug um weitere Materie anzusammeln. Die Größeren wachsen zu Protoplaneten heran, die Kleineren stoßen aufeinander und zerfallen wieder, oder aber sie werden von den Protoplaneten weggeschleudert und bilden einen äußeren Ring, den Kuiper - Gürtel. Manche stürzen allerdings auch in den zentralen Stern. Da jenseits der &#8222;Schneegrenze“ mehr Kondensationsmaterie zur Verfügung steht als weiter innen, entstehen hier dementsprechend größere Planetesimale, welche wiederum auch mehr Material einsammeln können. Diese sehr großen Protoplaneten (bis 10 Erdmassen und mehr) ziehen auch erhebliche Mengen Gas an, wodurch die sogenannten Gasriesen (wie Jupiter und Saturn in unserem Sonnensystem) entstehen. Weiter innen bilden sich kleinere Protoplaneten, die Metalle (vorwiegend Eisen und Nickel) und Gestein (Silikate) einsammeln, aber kein Gas, denn das kann hier wegen der zu hohen Temperaturen nicht auskondensieren. Die noch vorhandenen kleineren Planetesimale bombardieren die felsigen Protoplaneten, die dabei so heiß werden, daß sie aufschmelzen und eine innere Differenzierung stattfinden kann. Eisen und Nickel sinken zur Mitte und bilden den Kern, die leichteren Silikate dagegen den Mantel und die Kruste (erdähnliche Planeten). Ein Teil der dann immer noch übrig gebliebenen Planetesimale bilden einen oder auch mehrere Asteroidengürtel.</p>
<p>Bei Beta Pictoris passt alles zu dieser Theorie. Die protoplanetare Scheibe  hat einen Radius von 400 AE (1 AE=150 Millionen km, mittlerer Abstand Erde-Sonne) und ist im inneren Bereich an mehreren Stellen verbogen. Dort sind die Staubpartikel außerdem kleiner und wärmer als woanders in der Scheibe.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/keck-beta-pictoris.png"><img title="Keck Beta Pictoris" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/keck-beta-pictoris.png?w=589&#038;h=249" alt="" width="589" height="249" /></a></p>
<p><em>Infrarotaufnahme mit den drei Bereichen (A, B und C), wo die protoplanetare Scheibe von Beta Pictoris verbogen ist. Bei A wurde inzwischen ein großer Planet gefunden. Quelle: </em><a href="http://keckobservatory.org/"><em>http://keckobservatory.org/</em></a></p>
<p>Vermutlich gibt es hier Planeten, die mit ihrem Schwerefeld Felsbrocken an sich ziehen. Diese prallen dann vermehrt aufeinander und zerbröseln dabei zu kleinen Staubkörnern, die sich besonders schnell durch die Strahlung des Sterns erwärmen. Ein weiterer Hinweis auf Planeten ist die Entdeckung einer zweiten Scheibe, die gegenüber der Hauptscheibe um 4° geneigt ist. Diese zweite Gas- und Staubscheibe formte sich möglicherweise in der Bahnebene eines großen umlaufenden Planeten.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/beta-pictoris-double-disk-hubble.jpg"><img title="Beta Pictoris Double Disk Hubble" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/beta-pictoris-double-disk-hubble.jpg?w=600&#038;h=350" alt="" width="600" height="350" /></a></p>
<p><em>Zwei Gas- und Staubscheiben um Beta Pictoris. Die zweite Scheibe markiert die Umlaufbahn des inzwischen tatsächlich entdeckten großen Planeten. Quelle: </em><a href="http://hubblesite.org/"><em>http://hubblesite.org/</em></a></p>
<p>Inzwischen konnte tatsächlich einer der vermuteten Planeten um Beta Pictoris gefunden werden und zwar auf recht spektakuläre Weise:</p>
<p>Im Jahre 2003 entdeckte ein  Team französischer Astronomen um Anne-Marie Lagrange mit dem Very Large Telescope VLT (8,2m Spiegeldurchmesser) des European Southern Observatory (ESO) ein schwach leuchtendes Objekt innerhalb der protoplanetaren Gas- und Staubscheibe um Beta Pictoris. Es konnte ein Planet sein, aber vielleicht auch nur ein Hintergrundstern.</p>
<p>Als man im Jahre 2008 und im Frühjahr 2009 erneut die Scheibe um Beta Pictoris fotografierte, war das Objekt aber verschwunden. Doch im Herbst 2009 war es dann plötzlich wieder da und zwar auf der genau gegenüberliegenden Seite der protoplanetaren Scheibe!</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/phot-42b-08-fullres.jpg"><img title="phot-42b-08-fullres" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/phot-42b-08-fullres.jpg?w=600&#038;h=596" alt="" width="600" height="596" /></a><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/eso1024c.jpg"></a></p>
<p><em>Der neuentdeckte Planet in der Gas- und Staubscheibe bei Beta Pictoris im Herbst 2009. Der Stern ist ausgeblendet, da er ansonsten den vergleichsweise lichtschwachen Planeten hoffnungslos überstrahlen würde. Quelle:  </em><a href="http://www.eso.org/"><em>http://www.eso.org/</em></a></p>
<p>Damit war klar, daß es sich um einen Planeten handelte. Dieser war zunächst im Jahre 2003 neben Beta Pictoris in der Scheibe gut sichtbar gewesen, dann zwischenzeitlich dem Stern so nahe gekommen, daß er überstrahlt wurde -wobei er entweder vor oder hinter dem Stern stand &#8211; und dann schließlich im Herbst 2009 genau gegenüber auf der anderen Seite des Sterns in der Scheibe wieder aufgetaucht. Die Beobachtungen erlaubten Rückschlüsse auf die Umlaufbahn dieses Planeten. Dieser umrundet Beta Pictoris einmal in 15-20 Jahren in einer Entfernung, die mit der des Planeten Saturn zu unserer Sonne vergleichbar ist.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/eso1024c.jpg"><img title="eso1024c" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/eso1024c.jpg?w=600&#038;h=385" alt="" width="600" height="385" /></a></p>
<p><em>Die Positionen des neu entdeckten Planeten bei Beta Pictoris in den Jahren 2003 und 2009. Erstmals wurde ein extrasolarer Planet beim Umrunden seines Sterns direkt beobachtet! Quelle: </em><a href="http://www.eso.org/"><em>http://www.eso.org/</em></a></p>
<p>Aus der Deformation der Gas- und Staubscheibe läßt sich auch seine Masse abschätzen. Der Planet ist danach etwa 9 mal so schwer wie der größte Planet unseres Sonnensystems, der Gasriese Jupiter (~9 M Jup). Wegen seiner gewaltigen Masse und seiner weiten Entfernung zum Stern, die eindeutig  jenseits der &#8222;Scheegrenze&#8220; in der protoplanetaren Scheibe liegt, kann es sich ebenfalls nur um einen Gasriesen handeln. Dieser muß sich in erstaunlich kurzer  Zeit gebildet haben, denn der junge Stern Beta-Pictoris ist erst 12 Millionen Jahre alt. Das ist sehr wenig im Vergleich zu unserer Sonne mit einem Alter von immerhin schon 4,5 Milliarden Jahren. Die Bildung von Gasriesen scheint demnach sehr einfach und dürfte die Regel sein, falls  ausreichend Material in der protoplanetaren Scheibe vorhanden ist.</p>
<p>Zum Schluß noch der Hinweis auf eine Besonderheit des Beta-Pictoris-Systems:</p>
<p>Die protoplanetare Scheibe um Beta Pictoris enthält extrem hohe Mengen an Kohlenstoff. Das könnte bedeuten, daß mögliche Felsplaneten und -monde bei Beta-Pictoris (neben einem Eisen-Nickel-Kern) nicht hauptsächlich aus Silikatgesteinen bestehen wie das in unserem Sonnensystem der Fall ist, sondern hauptsächlich aus Kohlenstoffverbindungen wie Graphit, Carbid und Diamant. In den äußeren kalten Regionen des Planetensystems käme vielleicht noch superhart gefrorenes Wassereis hinzu.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/149759main_carbondiskmaclg.jpg"><img title="149759main_CarbonDiskMacLG" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/06/149759main_carbondiskmaclg.jpg?w=600&#038;h=400" alt="" width="600" height="400" /></a></p>
<p><em>Felsplaneten und -monde aus Kohlenstoff anstatt aus Silikaten im Beta-Pictoris-System? Kohlenstoffplaneten (kleines Bild unten) böten ein vollkommen anderes Erscheinungsbild als Silikatplaneten ähnlich der Erde (kleines Bild oben). Quelle: <a href="http://www.nasa.gov/">http://www.nasa.gov/</a></em></p>
<p>Die Atmosphären dieser exotischen Planeten würden wahrscheinlich vorwiegend Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Mehan (CH4) und vielleicht auch Stickstoff (N2) enthalten. Sogar einen Flüssigkeitskreislauf mit Seen, Flüssen, Meeren, Wolken und Niederschlägen könnte es geben, möglicherweise aber nicht mit Wasser (H2O), sondern mit flüssigen Kohlenwasserstoffen (CnHn). Das wäre in etwa vergleichbar mit den Verhältnissen auf dem Saturnmond Titan in unserem Sonnensystem.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quellen: <a></a><a href="http://www.eso.org/public/news/">ESO</a>, <a></a><a href="http://www.nasa.gov/vision/universe/starsgalaxies/betapicMM.html">NASA</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://weltlichtkegel.wordpress.com/category/astronomie/'>Astronomie</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltlichtkegel.wordpress.com/108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltlichtkegel.wordpress.com/108/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=108&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Beta Pictoris Double Disk Hubble</media:title>
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		<title>Die Anfänge der modernen Kosmologie</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/05/16/die-anfange-der-modernen-kosmologie/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 16:25:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenswertes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://weltlichtkegel.wordpress.com/?p=97</guid>
		<description><![CDATA[1576 Thomas Digges und das unendliche Weltall Im Jahre 1576 veröffentlichte der englische Mathematiker und Astronom Thomas Digges (1546-1595) eine englische Übersetzung und anschließende Diskussion des damals höchst umstrittenen Hauptwerks von Nikolaus Kopernikus (1473-1543) über das heliozentrische Weltsystem. Digges unterstützte Kopernikus, ging aber in seinen Schlussfolgerungen wesentlich weiter als dieser. Während Kopernikus noch von einer  Fixsternsphäre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=97&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1576 Thomas Digges und das unendliche Weltall</strong></p>
<p>Im Jahre 1576 veröffentlichte der englische Mathematiker und Astronom Thomas Digges (1546-1595) eine englische Übersetzung und anschließende Diskussion des damals höchst umstrittenen Hauptwerks von Nikolaus Kopernikus (1473-1543) über das heliozentrische Weltsystem.</p>
<p>Digges unterstützte Kopernikus, ging aber in seinen Schlussfolgerungen wesentlich weiter als dieser. Während Kopernikus noch von einer  Fixsternsphäre als äußere Begrenzung des Sonnensystems (und damit auch der gesamten Welt) ausging und insofern noch mit den Vertretern des geozentrischen Modells (mit der Erde im Mittelpunkt) übereinstimmte,  sah Digges die Sterne als ferne Sonnen ähnlich der unsrigen an, verstreut in einem von ihm als unendlich betrachteten Universum.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/thomasdiggesmap.jpg"><img title="ThomasDiggesmap" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/thomasdiggesmap.jpg?w=540&#038;h=564" alt="" width="540" height="564" /></a></p>
<p><em>Karte des Sonnensystems von Thomas Digges (1546-1595). Quelle: Wikimedia</em></p>
<p>Derartige Ansichten zu vertreten, war damals nicht ganz ungefährlich. Giordano Bruno(1548-1600), ein italienischer Theologe und Philosoph dachte ähnlich wie Digges und vertrat das auch offensiv in aller Öffentlichkeit. Sogar von außerirdischem Leben auf Planeten anderer Sterne sprach er. Die katholische Kirche sah das gar nicht gerne und stellte ihn dafür vor ein Inquisitionstribunal. Das verurteilte ihn wegen Ketzerei und ließ ihn nach jahrelanger Haft und Folterungen in Rom öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrennen.</p>
<p><strong>Immanuel Kant, die Entstehung der Sonnensysteme und die Vielzahl der Welteninseln</strong></p>
<p>Im Jahre 1755 erschien die &#8220;Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels&#8220; des deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724-1804). Darin behauptete er, unser Sonnensystem sei auf natürliche Weise entstanden, als eines unter vielen. </p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/immanuel_kant.jpg"><img title="Immanuel_Kant" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/immanuel_kant.jpg?w=480&#038;h=595" alt="" width="480" height="595" /></a></p>
<p><em>Immanuel Kant (1724-1804) Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Sterne und ihre Planeten bilden sich nach der Theorie von Kant aus Gas- und Staubwolken, die sich unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft zusammenziehen und verdichten.</p>
<p>Dabei beginnen sie zu rotieren, drehen sich wegen der Erhaltung des Drehimpulses immer immer schneller (wie eine sich drehende Eisläuferin, die ihre Arme anzieht) und werden gleichzeitig im Zentrum immer dichter und wärmer bis sich schließlich ein Stern bildet. Infolge der Eigenrotation formt sich um den Stern herum eine langsam abkühlende Gas- und Staubscheibe, aus der sich durch zufällige Verdichtungsprozesse und unter dem Einfluss der Schwerkraft die Planeten bilden. Die Theorie von Kant zur Entstehung von Sternen und Planeten kann inzwischen als bestätigt gelten. Bei jungen Sternen wurden immer wieder auch Gas- und Staubscheiben (protoplanetare Scheiben) entdeckt. In einigen gibt es sogar ein oder mehrere Lücken entdeckt, ein deutlicher Hinweis auf bereits fertige Planeten, die alle Materie auf ihrer Umlaufbahn eingesammelt haben.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/proplds-orion-hubble.jpg"><img title="Proplds Orion Hubble" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/04/proplds-orion-hubble.jpg?w=600&#038;h=450" alt="" width="600" height="450" /></a></p>
<p><em>Protoplanetare Scheiben (Proplyds) - so wie von Immanuel Kant vorhergesagt - im Orionnebel einer Sternentstehungsreaktion in unserer Milchstraße. Quelle: Hubble Telescope (</em><a href="http://www.spacetelescope.org/"><em>http://www.spacetelescope.org/</em></a><em>)</em></p>
<p>Ausgehend von den Beobachtungen des englischen Astronomen Thomas Wright (1711–1786), der das am Himmel sichtbare Band der Milchstraße als Querschnitt durch eine riesige rotierende Scheibe von Sternen ansah, welche sich auf Grund der Schwerkraft zusammengefunden hatte, folgerte Kant, daß die zahlreichen runden, elliptischen oder spiralförmigen Nebel, die man  damals in immer größerer Anzahl entdeckte, nichts anderes waren als ferne Welteninseln, ähnlich wie die Milchstraße. Die Milchstraße und das Universum waren also nicht dasselbe, sondern es gab viele Welteninseln (Galaxien) in einem Universum, das unendlich viel größer war als zuvor gedacht.</p>
<p>Mit seiner Theorie von den vielen Welteninseln vertrat Kant damals eine Minderheitenmeinung. Die meisten Astronomen hielten die Nebel für Objekte innerhalb der Milchstraße. Man dachte an von nahen Sternen beschienene Gas- und Staubwolken oder an Planetensysteme in ihrer Entstehungsphase  (protoplanetare Scheiben). Erst mehr als 150 Jahre später wurden die revolutionäre Welteninseltheorie von Kant durch Beobachtungen bestätigt, als es dem Astronomen Edwin Hubble gelang, den Spiralnebel Andromeda (und später auch andere Galaxien) in Einzelsterne aufzulösen (s.u.).  </p>
<p><strong>1826 Wilhelm Olbers und das Paradoxon des ewigen unendlichen Weltalls</strong></p>
<p>Im Jahre 1826 fiel dem deutschen Astronomen Heinrich Wilhelm Olbers (1758-1840) bei der Betrachtung des Weltalls ein verblüffender Widerspruch auf:  Wenn das Weltall tatsächlich únendlich und ewig war, wie die meisten Astronomen seinerzeit annahmen, dann musste der Nachthimmel doch eigentlich gleißend hell sein. In einem unendlichen und ewigen Weltall hätte das Licht jedes Sterns die Erde längst erreicht, da ja schon unendlich viel Zeit verstrichen ist. Der Himmel wäre dann überall so hell wie die Oberflächen der Sterne selbst.</p>
<p><em><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/olbers-paradoxon-wikipedia.gif"><img title="Olbers Paradoxon Wikipedia" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/olbers-paradoxon-wikipedia.gif?w=500&#038;h=480" alt="" width="500" height="480" /></a></em></p>
<p><em>Das Olbers Paradoxon des unendlichen und ewigen Weltalls. Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Das war aber ganz offensichtlich nicht der Fall. Eine naheliegende Erklärung für dieses Olberssche Paradoxon war die Annahme, daß das Universum eben nicht unendlich ist und auch noch nicht ewig existiert. Auch dunkle Staub- und Gaswolken, die das Sternenlicht vielerorts vielleicht abschirmen waren kein Ausweg, denn Strahlung absorbierende Materie heizt sich auf und beginnt ebenfalls zu strahlen, irgendwann sogar mit derselben Helligkeit wie die Sterne.</p>
<p><strong>1838: Friedrich Wilhelm Bessel und die Parallaxe von 61 Cygni</strong></p>
<p>Der deutsche Astronom Friedrich Wilhelm Bessel an der Königsberger Sternwarte schaffte es im Jahre 1838 erstmals die Entfernung zu einem anderen Stern zu bestimmen. Dabei bediente er sich der Parallaxenmethode. Das Prinzip dieser Methode lässt sich anhand eines von jedermann leicht durchzuführenden Experiments gut veranschaulichen. </p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/friedrich_wilhelm_bessel.jpg"><img title="Friedrich_Wilhelm_Bessel" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/friedrich_wilhelm_bessel.jpg?w=432&#038;h=612" alt="" width="432" height="612" /></a></p>
<p><em>Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846). Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Man strecke einen Arm aus und peile über den Daumen zunächst mit dem linken Auge (während man das rechte Auge geschlossen hält) ein weiter entferntes Objekt der Umgebung an. Dann schließe man das linke Auge und peile mit dem rechten Auge. Der Daumen springt nach links, weist also nicht mehr auf das ursprünglich angepeilte Objekt. Je weiter der Arm ausgestreckt wird, je weiter entfernt also der Daumen, umso geringer der Daumensprung und umgekehrt.</p>
<p>Das linke und das rechte Auge sehen die Umgebung aus einem leicht unterschiedlichen Blickwinkel. Diese Winkeldifferenz, die Parallaxe ist von der Entfernung der wahrgenommenen Objekte abhängig und damit auch die Grundlage der räumlichen Wahrnehmung. Aus den Bildern des linken und des rechten Auges konstruiert das Gehirn anhand der unterschiedlichen Winkeldifferenzen der unterschiedlich weit entfernten Objekte einen räumlichen Eindruck der Umgebung.</p>
<p>Da die Erde die Sonne in einem Jahr umrundet, muß sich im Laufe eines halben Jahres die wahrgenommene Position eines nahen Sterns gegenüber weiter entfernten Hintergrundsternen sichtbar ändern. Dabei entspricht der nahe Stern dem Daumen bei unserem kleinen Versuch, die Hintergrundsterne entsprechen den weiter entfernten Objekte der Umgebung vor denen der Daumen hin und her springt, und der Erdbahndurchmesser entspricht dem Abstand zwischen linkem und rechtem Auge. Die gemessene Winkeldifferenz der Positionsänderung des nahen Sterns, wird als Sternenparallaxe bezeichnet. Je weiter entfernt ein Stern, umso geringer die Parallaxe.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/parallaxe-bessel.png"></a></p>
<p><em><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/sternparallaxe-1.gif"><img title="Sternparallaxe 1" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/sternparallaxe-1.gif?w=546&#038;h=414" alt="" width="546" height="414" /></a></em></p>
<p><em>Die einfache Parallaxenmethode zur Entfernungsbestimmung von Sternen. Quelle: <a href="http://hyperphysics.phy-astr.gsu.edu/hbase/">http://hyperphysics.phy-astr.gsu.edu/hbase/</a> (verändert)</em></p>
<p>Bessel bestimmte die Parallaxe des Doppelsterns 61 Cygni im Sternbild Schwan. 61 Cygni zeigt eine deutliche Eigenbewegung gegenüber seinen Nachbarsternen am Himmel, bei denen es sich also um weiter entfernte Hintergrundsterne handeln muß, eben deshalb ohne erkennbare Eigenbewegung.</p>
<p><em><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/61_cygni_map_inv1.jpg"><img title="61_cygni_map_inv" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/61_cygni_map_inv1.jpg?w=600&#038;h=332" alt="" width="600" height="332" /></a> Der Doppelstern 61 Cygni im Sternbild Schwan. Quelle: Wikipedia und <a href="http://www.epsilon-lyrae.de/">http://www.epsilon-lyrae.de/</a></em></p>
<p>Bessel ermittelte eine Entfernung zu 61 Cygni von 10,5 Lichtjahren, was beinahe dem heutigen Wert von 11,4 Lichtjahren entspricht.</p>
<p>Mit der Parallaxenmethode stieß man jedoch sehr schnell an Grenzen, denn bei Entfernungen über 100 Lichtjahren wurde die Parallaxe unmeßbar klein.</p>
<p>Mit einer modifizierten Parallaxenmethode, der Sternstromparallaxe kommt man schon deutlich weiter. Allerdings funktioniert die Methode nur bei sich bewegenden offenen Sternhaufen, wie den Hyaden im Sternbild Stier (ca. 350 Sterne).</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/hyaden-fluchtpunkt.png"><img title="Hyaden Fluchtpunkt" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/hyaden-fluchtpunkt.png?w=600&#038;h=558" alt="" width="600" height="558" /></a> </p>
<p><em>Der Bewegungssternhaufen der Hyaden im Sternbild Stier. Quelle: Far Away Worlds (erstellt mit Stellarium)</em></p>
<p>Die Mitglieder eines solchen Sternhaufens bewegen sich auf parallelen Bahnen, die aus perspektivischen Gründen (ähnlich wie zwei parallelen Eisenbahnschienen zum Horizont hin) scheinbar auf einen gemeinsamen Fluchtpunkt zulaufen. Dieser liegt im Falle der Hyaden beim roten Riesenstern Beteigeuze im Sternbild Orion. Damit kennt man die Richtung der wahren räumlichen Bewegung, also auch der wahren Geschwindigkeit. Die von dem Beobachter weg oder auf ihn zugerichtete Bewegung (Radialgeschwindigkeit) lässt sich unter Nutzung des Doppler-Effekts bestimmen. Bei einem Stern, der sich relativ auf den Beobachter zubewegt, treffen die Wellenberge der elektromagnetischen Strahlung in kürzeren Abständen ein, mit einer höhern Frequenz und einer kürzeren Wellenlänge (Blauverschiebung) als wenn der Stern ruht. Entfernt sich der Stern, so verhält sich das genau umgekehrt (Rotverschiebung). Das Ausmaß der Blau- oder Rotverschiebung zeigt die Geschwindigkeit mit welcher sich der Stern nähert oder entfernt. Diesen Dopplereffekt kann man auch im Alltag erleben. Der Ton des Martinshorns eines vorbeifahrenden Polizei oder Krankenwagens klingt höher (höhere Frequenz) als im Stand, solange sich das Fahrzeug nähert, aber tiefer (niedrigere Frequenz), wenn es sich wieder entfernt.</p>
<p>Aus der Radialgeschwindigkeit und der wahren Bewegung (wahre Geschwindigkeit) des Sterns ergibt sich die Geschwindigkeit am Himmel senkrecht zur Beobachtungsrichtung (Tangentialgeschwindigkeit) . und damit auch die Eigenbewegung des Sterns innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Diese Eigenbewegung erscheint in Abhängigkeit von der Entfernung des Sterns unter einem mehr oder weniger kleinem Winkel, der für mehrere Sterne des Sternhaufens gemittelt die Sternstromparallaxe ergibt. Eine kleine Sternstromparallaxe weist auf eine große Entfernung des Sternhaufens hin, eine große Sternstromparallaxe zeigt hingegen eine relativ geringe Entfernung an.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/sternstromparallaxe.png"><img title="Sternstromparallaxe" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/sternstromparallaxe.png?w=600&#038;h=347" alt="" width="600" height="347" /></a></p>
<p><em>Sternstromparallaxe (Erklärungen im Text). Quelle: Far Away Worlds</em></p>
<p>Mit der Länge der Beobachtungszeit werden die Parallaxen der einzelnen Haufensterne immer größer. Damit nimmt die Genauigkeit der Sternstromparallaxen-Methode zu und natürlich auch die Größe der bestimmbaren Entfernungen.</p>
<p><strong>1909-1913 Das Hertzsprung - Russel Diagramm</strong></p>
<p>Die Sterne im Universum weisen eine große Vielfalt auf: Es gibt hell leuchtende oder nur schwach glimmende Sterne, darunter viele Einzelsterne, aber noch mehr Doppelsterne, Dreifachsterne, ja sogar Mehrfachsterne, die einander (um einen gemeinsamen Schwerpunkt) umkreisen. Sterne haben viele verschiedene Farben, abhängig von ihrer Oberflächentemperatur: Von den eher &#8222;kühlen&#8220; roten Sternen, über orangene, gelbe, grüne bis hin zu den ganz &#8220;heißen&#8220; weißen und blauen Sternen.</p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts  kamen die beiden Astronomen Ejnar Hertzsprung und Henry Norris Russel unabhängig voneinander auf die Idee, die absolute Leuchtkraft der Sterne in Bezug auf ihre Farbe (Hertzsprung 1909) und später dann noch genauer auf ihr Farbspektrum(Russel 1913) in einem Diagramm grafisch darzustellen. </p>
<p>Die Analyse der Farben des Sternenspektrums war schon damals ein nicht mehr wegzudenkendes Verfahren der Astronomie. Bei der Spektralanalyse wird das Licht eines Sternes mit einem Prisma oder Beugungsgitter in sein Farbspektrum, also in seine verschiedenen elektromagnetischen Wellenlängen zerlegt. Das Spektrum erlaubt vor allem genaue Rückschlüsse auf die Temperatur der Lichtquelle. Je höher die Temperatur, umso mehr überwiegt das kurzwellige, blauviolette Ende des Spektrums, je niedriger die Temperatur, umso mehr das rote Ende. Die feinen dunklen Linien im Spektrum (Fraunhofer-Linien) kommen durch Atome in der Sternatmosphäre zustande, die das über alle Wellenlängen kontinuierliche Sternenlicht bei bestimmten Wellenlängen absorbieren und dann zerstreuen. Die Fraunhofer-Linien lassen so genaue Rückschlüsse auf die elementare Zusammensetzung der Sternatmosphäre und damit auch des Sterns zu.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2009/12/spektralklassen-hrd.png"><img title="Spektralklassen HRD" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2009/12/spektralklassen-hrd.png?w=600&#038;h=223" alt="" width="600" height="223" /></a></p>
<p><em>Spektralklassen und Hertzspung-Russel-Diagramm (HRD). Quelle: ESA, Far Away Worlds</em></p>
<p>Die meisten Sterne liegen im Hertzsprung-Russel Diagramm auf der von links oben nach rechts unten verlaufenden Hauptreihe. Unsere Sonne  (Spektraltyp G) liegt in der Mitte der Hauptreihe, die roten Zwergsterne (Spektraltyp M) unten rechts, die massereichen Sterne (Spektraltypen O und B) oben links.</p>
<p>In der Zeit als Hertzsprung und Russel ihr Diagramm vorstellten, wusste noch niemand genau, wodurch unsere Sonne und die anderen Sterne ihre Energie eigentlich gewinnen. Nachdem die Astronomen in den 1920er und 1930er Jahren aber herausgefunden hatten, daß Sterne ihre Energie aus Kernfusionsprozessen gewinnen &#8211; wobei Wasserstoffkerne zu Heliumkernen verschmelzen (Wasserstoffbrennen) - vermuteten sie, daß die Hauptreihe des Hertzsprung-Russel Diagramms verschiedene Sternentwicklungsphasen widerspiegelten: </p>
<p>Durch das fortlaufende Wasserstoffbrennen im Inneren eines Sterns reichert sich dort das schwerere Helium immer mehr an. In dem  durch und durch konvektiven Stern werden Helium und Wasserstoff aber so gut durchmischt, daß es niemals an Wasserstoff für eine Fortsetzung der Kernfusion im Inneren des Sterns mangelt. Ja mehr noch, die höhere Dichte durch den wachsenden Heliumanteil verdichtet den alternden Stern, sorgt so für steigende Temperaturen und damit auch für eine erhöhte Kernfusionsrate. Ältere Sterne verbrauchen deshalb ihren nuklearen Brennstoff sehr schnell , verlöschen bald, kühlen dann ab und werden dabei immer röter. Junge Sterne erscheinen dagegen hell und blauweiß. Sie befanden sich oben links auf der Hauptreihe. Im Alter verlieren sie an Leuchtkraft, wandern nach unten rechts auf der Hauptreihe und  werden blassrot. Soweit die Theorie. Allerdings gab das Hertzsprung-Russel-Diagramm nach wie vor  Rätsel auf, denn es gab auch Sterne abseits der Hauptreihe. So hatte man rote Sterne mit hoher Leuchtkraft oberhalb und blauweiße, äußerst leuchtschwache Sterne unterhalb der Hauptreihe gefunden.</p>
<p><strong>1912: Henrietta Swan Leavitt und die Leuchtkraft der Cepheiden</strong></p>
<p>Seit 1902 studierte die amerikanische Astronomin Henrietta Swan Leavitt (1868-1921) am Observatorium der Harvard University Sterne mit periodisch veränderlicher Leuchtkraft (Veränderliche) in der Großen und Kleinen Magellanschen Wolke, zwei kleinen irregulären Nachbargalaxien der Milchstraße (s.u.).</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/leavitt_aavso.jpg"><img title="Leavitt_aavso" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/leavitt_aavso.jpg?w=414&#038;h=541" alt="" width="414" height="541" /></a></p>
<p><em>Henrietta Swan Leavitt (1868-1921) Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Zur damaligen Zeit galten die Magellanschen Wolken noch nicht als eigenständige Galaxien, sondern lediglich als Sternansammlungen innerhalb der Milchstraße. Im Jahre 1912 entdeckte Leavitt bei einem bestimmten Typ veränderlicher Sterne, den Cepheiden, einen direkten Zusammenhang zwischen der Periodendauer und der Leuchtkraft. Je länger die Periode, je langsamer der Stern also pulsierte, umso größer war die Leuchtkraft (im Maximum und Minimum der Periode) und umgekehrt.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/leavitt-fig-1-fig-2.gif"><img title="Leavitt Fig.1 Fig.2" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/leavitt-fig-1-fig-2.gif?w=600&#038;h=294" alt="" width="600" height="294" /></a></p>
<p><em>Perioden-Leuchkraft-Beziehung der Cepheiden für das Helligkeitsmaximum und -minimum. Man erhält zwei Geraden, also eine lineare Beziehung, wenn Periodendauer und Leuchkraft logarithmisch aufgetragen werden. Quelle: Leavitt (1912).</em></p>
<p>Cepheiden sind hell leuchtende Riesensterne, die mit großen Teleskopen über Millionen Lichtjahre auszumachen sind. Die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung der Cepheiden lässt sich zur Entfernungsmessung  über solch große Distanzen nutzen, da sich aus der Periodendauer unmittelbar die absolute Leuchtkraft dieser Sterne ergibt. Vergleicht man die so ermittelte absolute mit der entfernungsabhängigen scheinbaren Helligkeit, so kann man auf die Entfernung der Cepheiden schliessen, denn die wahrgenommene Helligkeit eines Sternes sinkt mit dem Quadrat seiner Entfernung. </p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/cepheiden-und-abstandsgesetz2.png"><img title="Cepheiden und Abstandsgesetz" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/cepheiden-und-abstandsgesetz2.png?w=600&#038;h=333" alt="" width="600" height="333" /></a></p>
<p><em>Pulsation und Helligkeit eines Cepheiden. Quadratisches Abstandsgesetz. Quellen: </em><a href="http://www.mso.anu.edu.au/"><em>http://www.mso.anu.edu.au/</em></a><em> und </em><a href="http://leifi.physik.uni-muenchen.de/"><em>http://leifi.physik.uni-muenchen.de/</em></a><em> (verändert)</em></p>
<p>Bei einer Verdopplung der Entfernung verteilt sich die gleiche Strahlung auf die vierfache Kugelfläche, bei einer Verdreifachung auf die neunfache usw.. Allerdings muss die Entfernungsmessung anhand der Perioden-Leuchtkraft-Beziehung noch kalibriert werden, indem man die Entfernung mindestens einiger Cepheiden mit einer unabhängigen Meßmethode bestimmt und damit dann auch deren absolute Helligkeit  kennt. Allerdings gab es keine Cepheiden, die nah genug waren, um ihre Entfernung mit der einfachen Parallaxenmethode zu bestimmen.</p>
<p>Durch den Vergleich der absoluten Helligkeiten der Hauptreihensterne der Hyaden -die man aus der mit der Sternstromparallaxe gemessenen  Entfernung dieses offenen Sternhaufens herleiten konnte- mit den scheinbaren Helligkeiten der Hauptreihensterne der Magellanschen Wolken konnte man direkt deren tatsächliche Entfernung abschätzen. Damit waren auch die absoluten Helligkeiten der Cepheiden bekannt und die Perioden-Leuchtkraft- Beziehung der Cepheiden konnte kalibriert werden.</p>
<p><strong>1919 Eddington zeigt Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne und beweist damit die Krümmung des Raumes</strong></p>
<p>Der englische Astronom Arthur Stanley Eddington (1882-1944) leitete im Jahre 1919 eine Expedition auf die Vulkaninsel Príncipe im Golf von Guinea in Westafrika, um eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten, die am 29. Mai 1919 solte. Eddington wollte die Lichtablenkung durch das Schwerefeld der Sonne nachweisen, welche der Physiker Albert Einstein (1879-1955) in seiner Allgemeine Relativitätstheorie vorausgesagt hatte. Einstein beschrieb darin, wie Materie und Energie, die einander äquivalent sind, gemeinsam Raum und Zeit beeinflussen. Raum und Zeit bilden dabei eine Einheit, die 4-dimensionale Raumzeit. Eine Masse krümmt, in Abhängigkeit von ihrer Größe, den sie umgebenden Raum und verlangsamt in ihrem Einflußbereich die Zeit .</p>
<p>Eine Masse von der Größe der Sonne müsse daher in der Lage sein, so Einstein, den sie umgebenden Raum deutlich meßbar zu krümmen. Sterne in unmittelbarer Nähe der Sonne müssten dann gegenüber ihrer wahren Position am Himmel ein wenig versetzt erscheinen, weil ihr Licht durch die Krümmung des Raumes abgelenkt wird. Dieser Effekt liess sich aber nur bei einer totalen Sonnenfinsternis ausmachen, da die Sonne normalerweise alle (und erst recht unmittelbar benachbarte) Sterne hoffnungslos überstrahlt.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/05/eddington-1919-solar-eclipse.png"><img title="Eddington 1919 Solar Eclipse" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/05/eddington-1919-solar-eclipse.png?w=600&#038;h=404" alt="" width="600" height="404" /></a></p>
<p><em>Arthur Eddington (1882-1944) lieferte den ersten direkten Beweis für die Krümmung des Raumes und damit für die Allgemeine Relativitätstheorie Einsteins. Quelle: Wikipedia, American Scientist</em></p>
<p>Eddington gelang es nun bei der Sonnenfinsternis vom 29.Mai 1919 eine Verschiebung der scheinbaren Position der Sterne nahe der Sonne in genau dem von Einstein vorhergesagtem Umfang nachzuweisen. Damit lieferte er den ersten direkten Beweis für die Krümmung des Raums und die Allgemeine Relativitätstheorie Einsteins.</p>
<p><strong>1923: Edwin</strong> <strong>Hubble und die Expansion des Weltalls</strong> </p>
<p>In den Jahre 1922 und 1923 untersuchte der Astronom Edwin Hubble mit dem damals weltgrößten 2,5m Hooker-Spiegelteleskop am Mount Wilson Observatorium den Andromedanebel (M31, Nr.31 in dem Katalog der Sternhaufen, Galaxien und Nebel des französichen Astronomen Charles Messier), einen Spiralnebel, den man  schon mit bloßem Auge am Himmel erkennen kann. Die Natur der Spiralnebel war seinerzeit umstritten.  Einige Astronomen meinten, es handele sich um ferne Sternansammlungen, ähnlich unserer Milchstraße. Die meisten Astronomen betrachteten die Spiralnebel jedoch nach wie vor als  Objekte innerhalb unserer Milchstraße (s.o.). </p>
<p>Hubble gelang es nun aber, den Andromedanebel M31 eindeutig in Einzelsterne aufzulösen. Unter den einzeln aufgelösten Sternen entdeckte er auch einige veränderliche, regelmäßig pulsierende Cepheiden.</p>
<p>Mit Hilfe der Cepheiden konnte Hubble nun erstmals auch die Entfernung zum Andromedanebel bestimmen. Sie betrug volle 1 Million Lichtjahre, also  weit außerhalb unserer Milchstraße. Damit war die Sache entschieden. Der aus vielen Einzelsternen bestehende Andromedanebel war eine eigenständige Galaxie, eine Welteninsel ähnlich unserer Milchstraße.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/m31p481959bsm1.jpg"><img title="m31p481959bsm[1]" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/m31p481959bsm1.jpg?w=600&#038;h=275" alt="" width="600" height="275" /></a></p>
<p><em>Andromeda Galaxy (M31) Source: Palomar Observatory</em></p>
<p>Durch die Hubbles Entdeckung der wahren Natur der Spiralnebel war das Weltall auf einmal plötzlich viel größer geworden.</p>
<p>Hubble unterschätzte die Entfernung des Andromedanebels sogar noch, denn es stellte sich später heraus, daß es zwei unterschiedliche Cepheidentypen mit unterschiedlichen Perioden-Leuchtkraft-Beziehungen gibt. Kalibriert man dementsprechend neu, so ergibt sich eine Entfernung von rund 2,2 Millionen Lichtjahren zur Andromeda-Galaxie. An der grundsätzlichen Richtigkeit der Erkenntnisse Hubbles ändert das aber nichts.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubble-hooker-telescope.png"><img title="Hubble &amp; Hooker Telescope" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubble-hooker-telescope.png?w=600&#038;h=331" alt="" width="600" height="331" /></a>eids</p>
<p><em>Edwin Hubble (1889-1953) and 2,5m (100 inch) Hooker-Teleskope at Mt.Wilson Observatory Source: Wikipedia, </em><a href="http://www.astro.caltech.edu/"><em>http://www.astro.caltech.edu/</em></a></p>
<p>Hubble entwickelte auch ein System der Klassifizierung von Galaxien, das diese nach ihrem optischen Erscheinungsbild in Form eines Stimmgabeldiagramms ordnete. Es gab die elliptischen Galaxien am Griff der Stimmgabel. Sie waren rund oder eher langgestreckt (E0-E7). Dort wo die Zinken mit den Spiralgalaxien abzweigten war eine flache Scheibe (S0), eine Spirale ohne erkennbare Arme. Die Spiralgalaxien unterteilten sich in gewöhnliche Spiralen (Sa-Sc) und in Balkenspiralen (SBa-SBc), die sich jeweils in der Ausprägung ihres Kernbereichs und ihrerSpiralarmen unterscheiden. Ausserhalb des eigentlichen Stimmgabeldiagramms ordnete Hubble die irregulären Galaxien ein. Dabei handelte es sich um Sternansammlung ohne erkennbare Ordnungsstruktur.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubble-tune-fork-1.jpg"><img title="Hubble tune fork 1" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubble-tune-fork-1.jpg?w=600&#038;h=446" alt="" width="600" height="446" /></a></p>
<p><em>Hubble´s Stimmgabel-Diagramm zur Klassifizierung der Galaxien. Es gibt elliptische und Spiralgalaxien, daneben aber auch noch irreguläre Galaxien. Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Hubble vermutete, daß sich hinter dem Stimmgabeldiagramm ein Entwicklungsprozess der Galaxien verbirgt, konnte dafür aber keine Beweise finden.</p>
<p>Hubble gelang noch eine weitere Entdeckung, die unser Bild vom Weltall entscheidend veränderte. Er fand eine Beziehung zwischen den Entfernungen der Galaxien und dem Dopplereffekt in ihren Spektren. Fast alle Galaxien zeigten eine Rotverschiebung in ihren Spektren, die umso größer war je größer die Entfernung. Mit anderen Worten nahezu alle Galaxien entfernten sich von unserer Milchstraße, wobei die Fluchtgeschwindigkeit mit  wachsender Entfernung zunahm. War am Ende, wenn nicht die Erde, so vielleicht doch immerhin unsere Milchstraße der Mittelpunkt des Weltalls?</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubblec2b4s-law-pnas.png"><img title="Hubble´s Law PNAS" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/03/hubblec2b4s-law-pnas.png?w=424&#038;h=384" alt="" width="424" height="384" /></a></p>
<p><em>Hubble fand einen gesetzmäßigen Zusammenhang zwischen den Entfernungen der Galaxien und ihrer Fluchtgeschwindigkeit, der auf eine Expansion des Weltalls hindeutet. Quelle: Edwin Hubble (</em><a href="http://www.pnas.org/"><em>http://www.pnas.org/</em></a><em>)</em></p>
<p>Doch dem ist nicht so, wie man sich anhand eines einfachen Modells schnell klar machen kann. Der Hefeteig eines Rosinenkuchens stehe für das Weltall und die Rosinen für darin befindlichen Galaxien. Beim Aufgehen dehnt sich der Teig in alle Richtungen aus, so daß auch die Abstände zwischen den Rosinen größer werden. Aus der Sicht jeder beliebig herausgegriffenen Rosine eilen alle anderen Rosinen davon und zar umso schneller, je weiter sie entfernt sind. Das muss auch so sein, da mit wachsender Entfernung sich mehr Teig zwischen ihnen befindet, der sich ausdehnen kann. Genauso ist es auch beim Weltall. Der Raum zwischen den Galaxien dehnt sich aus und damit auch das gesamte Weltall (Expansion des Weltalls). Mögliche Beobachter in jeder dieser Galaxien wähnen sich im Mittelpunkt des Weltalls, da sich aus ihrer Sicht alle anderen Galaxien entfernen. Da alle Galaxien gleichberechtigt sind gibt es aber überhaupt keinen wirklichen Mittelpunkt des Weltalls. </p>
<p>Wie oben beschrieben beobachtet man bei nahezu allen Galaxien eine Rotverschiebung. Aber warum nicht bei allen? Galaxien schliessen sich über begrenzte Entfernungen infolge ihrer gegenseitigen Masseanziehung (Gravitation) zu Gruppen und Haufen zusammen. So bildet unsere Milchstraße mit der Andromedagalaxie (M31) und anderen Nebeln die &#8222;lokale Gruppe&#8220;. Gruppenmitglieder nähern sich dabei desöfteren sogar einander an. Deshalb beobachtet man unter den näheren Galaxien auch  immer wieder einmal eine Blauverschiebung im Spektrum. Im größeren Maßstab betrachtet, entfernen sich jedoch alle Galaxien voneinander und man misst regelmäßig eine Rotverschiebung.</p>
<p>Große Unsicherheiten gab es aber bei der Entfernungsbestimmung der Galaxien. Bei weiter entfernten Galaxien waren die Cepheiden nicht mehr auszumachen und Hubble musste auf andere, höchst unsichere Methoden ausweichen. So gab es beispielsweise die Möglichkeit die scheinbare Helligkeiten von Gaswolken oder Sternexplosionen (Novae und Supernovae) in weit entfernten Galaxien mit der Helligkeit ähnlicher Erscheinungen in näheren Galaxien zu vergleichen, deren Entfernung man bereits kannte. Bei weit entfernten Galaxienhaufen machte sich Hubble die Tatsache zu Nutze, daß es dort immer eine besonders massereiche elliptische Galaxie im Zentrum gab. Hubble ging davon aus, daß sie eine Obergrenze für die mögliche Masse von Galaxien darstellten, also die maximal mögliche Galaxienhelligkeit besaßen. Unter dieser Annahme ließen sie sich als Standardkerzen für die Entfernungsbestimmung nutzen. </p>
<p>Trotz all dieser Unsicherheiten, an der von Hubble entdeckten Expansion des Universums war kaum zu zweifeln. </p>
<p>Das Universum erschien nun erstmals nicht mehr statisch und zeitlos, sondern es war dynamisch, es hatte eine Geschichte und veränderte sich dabei. Rechnete man die Expansion des Universums rückwärts in die Vergangenheit, so schrumpfte es immer mehr zusammen bis irgendwann einmal Raum und Materie in einem Punkt vereint waren. Das Universum musste also einen Anfang haben. Diese Überlegungen führten dann direkt zur  Theorie vom Urknall.</p>
<p>In den darauf folgenden Jahren versuchte Hubble herauszufinden, ob das Weltall offen war, sich also immer weiter ausdehnte, oder ob die Expansion irgendwann zum Stillstand kam, um sich dann umzukehren, das Weltall also geschlossen war. Die entscheidende Frage war: Gab es genug Materie und Energie, so daß die Gesamtschwerkraft ausreichte, um das Universum zu einer geschlossenen Raum-Zeit-Blase zu krümmen oder nicht?</p>
<p>Um das heraus zu bekommen versuchte Hubble zunächst die Anzahl der Galaxien als Funktion ihrer Entfernung  zu bestimmen. Dabei ging er davon aus, daß im Durchschnitt die scheinbare Helligkeit der Galaxien mit ihrer Entfernung abnahm. Die über- oder unterdurchschnittlich hellen Galaxien würden sich bei einer ausreichend großen Anzahl herausmitteln.</p>
<p>Nahm die Anzahl der Galaxien überproportional mit ihrer Entfernung zu, so war das ein Hinweis auf ein positiv gekrümmtes, also geschlossenes Weltall. War die Zunahme dagegen unterproportional, so wies das auf ein negativ gekrümmtes, offenes Weltall hin. Eine proportional mit der Entfernung zunehmende Galaxienzahl deutete auf ein flaches Weltall, das lediglich in der Nähe größerer Massen lokal begrenzt gekrümmt ist.</p>
<p>Zum besseren Verständnis eine 2-dimensionale Analogie: Eine Kugeloberfläche ist positiv gekrümmt, ein Pferdesattel (Hyperboloid) dagegen negativ. Eine Steinplatte ist flach, hat also die Krümmung Null. Hier gelten im gegensatz zu den beiden anderen Fällen die Gesetze der euklidische Geometrie (z.B. Winkelsumme im Dreieck =180°).</p>
<p>Das Problem war auch hier die Entfernungsbestimmung der Galaxien, die mit großen Unsicherheiten behaftet war. Hubble meinte aber deutliche Hinweise auf ein geschlossenes Universum gefunden zu haben.</p>
<p><strong>1948 George Gamov und der Urknall</strong></p>
<p>Der russisch-US-amerikanische Astrophysiker George Gamov (1904-1968) veröffentlichte im Jahre 1948 eine Arbeit über den physikalischen Zustand des Universums in seinen frühesten Anfängen. Gamov rechnete das expandierende Universum rückwärts und ließ die Materie dabei immer dichter und heißer werden. Schließlich zerfielen die Atome wegen der ungeheuren Energiedichte in ihre Bestandteile und bildeten ein Plasma aus Protonen, Neutronen und Elektronen. Dann ließ er die Zeit wieder vorwärts laufen. Wenn sich das winzige, extrem dichte und heiße Universum ausdehnte und dabei etwas abkühlte zerfielen die durch Kernverschmelzung gebildeten Wasserstoff- und Heliumkerne nicht mehr. Bei weiterer Abkühlung wurden auch die Elektronen eingefangen und es bildeten sich Wasserstoff- und Heliumatome im Verhältnis 10:1, genauso wie man sie auch im wirklichen Universum vorfand. Das Universum war lichtdurchlässig geworden, da das Licht nicht mehr durch freie Elektronen gestreut wurde. Insbesondere das genau richtige Verhältnis zwischen Wasserstoff und Helium, die gemeinsam 99,9% der Materie im Universum ausmachten, sprach für das heiße Urknallmodell von George Gamov.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/05/geoge-gamow.png"><img title="Geoge Gamow" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/05/geoge-gamow.png?w=600&#038;h=224" alt="" width="600" height="224" /></a></p>
<p><em>George Gamow (1904-1968) und sein Urknallmodell. Quellen: </em><a href="http://www.nndb.com/"><em>http://www.nndb.com/</em></a><em> und </em><a href="http://physics.uoregon.edu/"><em>http://physics.uoregon.edu/</em></a></p>
<p>Allerdings fehlten noch 0,1%, die schweren Elemente, von den Astronomen auch Metalle genannt. Diese konnten nicht mehr entstehen, weil das Universum in Gamovs Modell so schnell expandierte und abkühlte, daß es für die dazu notwendigen Kernverschmelzungsreaktionen nicht mehr reichte. Ohne schwere Elemente gab es aber keine Planeten und erst Recht kein Leben im Universum. Es blieb nur die Möglichkeit, daß sich die schweren Elemente später bilden, vielleicht in den Sternen?</p>
<p><strong>1953 Sandage und Schwarzschild lösen das Rätsel der Sternentwicklung</strong></p>
<p>In den früher 1950er Jahren untersuchte der junge amerikanische Astronom Allan Rex Sandage am Mt. Palomar Observatorium im Rahmen seiner Doktorarbeit den Kugelsternhaufen M3. Er arbeitete für ein Projekt von Martin Schwarzschild, einem Experten für den Aufbau und die Entwicklung von Sternen. Ziel des Projekts war die Altersbestimmung von Kugelsternhaufen. Dafür musste man verstehen wie Kugelsternhaufen sich im Laufe der Zeit entwickeln.</p>
<p>Kugelsternhaufen sind mehr oder weniger kugelförmige Ansammlungen von Sternen, die durch gegenseitige Massenanziehung (Gravitation) eng aneinander gebundenen sind. Die Anzahl ihrer Sterne reicht von rund 100.000 bis zu einigen Millionen. Die Kugelsternhaufen umkreisen auf konzentrischen Bahnen &#8211; ohne bevorzugte Orientierung im Raum &#8211; das Zentrum unserer Milchstraße und auch der meisten anderen Galaxien.  </p>
<p>Kugelsternhaufen zählte man schon damals mit zu den ältesten Objekten im Weltall. Gelang es ihr Alter herauszufinden, so kannte man auch das Mindestalter des gesamten Weltalls. </p>
<p>Die ganz überwiegende Anzahl aller Sterne in Kugelsternhaufen gehören zu den relativ kleinen und kühlen, daher nur rotglühenden Sternen der  Population-II. Innerhalb der Kugelsternhaufen findet man kaum Gas- und Staubwolken, so daß sich hier keine neuen Sterne bilden können. Offenbar wurden Gas und Staub schon vor langer Zeit bei Sternengeburten nahezu vollständig verbraucht.</p>
<p>In den Armen der Spiralgalaxien findet man dagegen viele heiße und blauleuchtende Sterne der Population I, eingebettet in Gas- und Staubwolken. Ständig werden neue Sterne gebildet, so daß sich die Sternpopulation der Spiralgalaxien laufend erneuert. </p>
<p><a href="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/allan-sandage.jpg"><img title="Allan Sandage" src="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/allan-sandage.jpg?w=540&#038;h=464&#038;h=418" alt="" width="540" height="418" /></a></p>
<div>
<p><em>Allan Sandage (geboren 1926) Quelle: </em><a href="http://www.phys-astro.sonoma.edu/BruceMedalists/"><em>http://www.phys-astro.sonoma.edu/BruceMedalists/</em></a></p>
<p>Sandage erstellte für seine Doktorarbeit ein Hertzsprung-Russel-Diagramm (HRD) einer großen Anzahl von Sternen des Kugelsternhaufens M3. Dabei kam ein Diagramm heraus, wie er es noch nie zuvor gesehen hatte. Die Hauptreihe des HRD brach mittendrin ab und endete schon oberhalb der gelben Zwergsterne. Dann folgte ein Knick nach rechts oben, hin zu einem Ast roter Riesensterne. Sandage fand keine Erklärung für dieses seltsame Diagramm. Er hatte gelernt, daß alte Sterne rötlich erscheinen, da sie auf der Hauptreihe von links oben nach rechts unten gewandert waren. Mit einem Knick in der Hauptreihe konnte er so nichts anfangen.<a href="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/hrd-m3.png"><img title="HRD M3" src="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/hrd-m3.png?w=600&#038;h=261&#038;h=261" alt="" width="600" height="261" /></a>aly:</p>
<p><em>Ein Knick in der Hauptreihe des Kugelsternhaufens M3. Quellen: A Study of Globular Cluster M3, Allan Sandage 1953 (links), </em><a href="http://www.astro.caltech.edu/palomar/"><em>http://www.astro.caltech.edu/palomar/</em></a><em> (rechts)</em></p>
<p>Doch Schwarzschild hatte schon seinerzeit ganz andere Ideen über die Sternentwicklung. Für ihn stand fest, daß es die eigene Schwerkraft (Eigengravitation) eines Sternes war, die letztendlich alle Kernfusionsprozesse in seinem Inneren anfachte, denn nur sie sorgte dort für den notwendigen hohen Druck und damit auch für ausreichende Temperaturen. Wenn das so war, dann musste es logischerweise auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Masse eines Sternes und seiner Kernfusionsrate geben. Ein massereicher Stern lebte intensiver, aber kürzer als ein massearmer Stern, denn infolge seiner höheren Kernfusionsrate  verbrauchte er seinen Kernbrennstoff  wesentlich schneller.</p>
<p>Als Schwarzschild nun das rätselhafte Hertzsprung-Russel-Diagramm von M3 zu sehen bekam, passte für ihn alles perfekt zusammen.</p>
<p>Die Hauptreihe spiegelte nicht die unterschiedlichen Stadien der Sternentwicklung wider, sondern die unterschiedlichen Ausgangsmassen der Sterne.</p>
<p>Massereiche Sterne erschienen hell und blauweiß (oben links auf der Hauptreihe), massearme Sterne dagegen leuchteten nur schwach und erschienen rötlich (unten rechts auf der Hauptreihe). Mit zunehmendem Alter einer Sternpopulation verließen immer mehr Sterne die Hauptreihe des Hertzsprung-Russel-Diagramms, je nach dem wie schnell ihr Kernbrennstoff zur Neige ging. Es begann mit den massereichen blauweißen Sternen der Spektralklassen O und B, es folgten die Spektralklassen A,F und G (hellgelbe und gelbe Zwergsterne), dann die Spektralklasse K (orangene Zwergsterne) und ganz zum Schluß die massearmen roten Zwergsterne der Spektralklasse M.</p>
<p>Im Kugelsternhaufen waren alle Sterne in etwa zur selben Zeit entstanden und brannten dann nach und nach aus. Neue Sterne konnten ja nicht mehr entstehen, weil es an den dafür notwendigen Mengen an Gas und Staub fehlte. Der Grund für den Abruch der Hauptreihe war somit ganz einfach: Da Kugelsternhaufen schon sehr alt waren, waren die massereicheren Sterne längst ausgebrannt und hatten die Hauptreihe verlassen. Sie bildeten den Ast der roten Riesen oberhalb der Abknickstelle. Die auf der Hauptreihe noch verbliebenen Sterne waren umso masseärmer sein, je älter der Kugelsternhaufen bereits war. Wenn es gelang, den genauen zeitlichen Entwicklungsgang der Sterne in Abhängigkeit von ihrer Masse zu berechnen, so war es möglich das Alter eines Kugelsternhaufens aufgrund ihres Hertzsprung-Russel-Diagramms zu bestimmen. Daraus ließ sich die Masse der Sterne ablesen, welche direkt unterhalb der Abknickstelle der Hauptreihe lagen. Deren Alter entsprach dann auch das Alter des Kugelsternhaufens.</p>
<p>Schwarzschild und Sandage versuchten nun die Sternentwicklung in Abhängigkeit von der Masse bis zum Stadium des roten Riesen zu berechnen. Mit den vergleichsweise langsamen Computern der damaligen Zeit war das eine sehr zeitraubende Angelegenheit.</p>
<p>Der Stern wurde bei den Berechnungen als eine Anordnung von übereinanderliegenden dünnen Kugelschalen betrachtet. Mit dem Radius als Variable beschrieben mehrere Differentialgleichungen den Stern: Zwei Gleichungen für die Schichtung des Druckes infolge der Eigengravitation und die Verteilung der Masse, eine weitere Gleichung für die Energiebilanz und damit auch die Leuchtkraft und dann noch eine Gleichung für die Temperaturschichtung. Hinzu kamen noch Gleichungen, welche die Wechselwirkungen darstellten. So sind beispielsweise Druck, Dichte und Temperatur eng miteinander gekoppelt; die Energieerzeugung hängt von der Temperatur und Dichte ab, und ob die Energie durch Strahlung oder Konvektion transportiert wird, ist eine Frage der Opazität (Strahlungsduchlässigkeit) in der jeweiligen Materieschicht.</p>
<p>Damit hatte man aber erst den Zustand des Sternes zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt ausgerechnet. Um aber die Sternentwicklung zu verstehen, musste man diese Zustandrechnung für beliebig viele ananandergereihte Zeitpunkte wiederholen. Die Ergebnisse einer einzelnen Berechnung gingen dabei in die jeweils nachfolgende Berechnung mit ein.</p>
<p><a href="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/schwarzschild_zoom55.jpg"><img title="schwarzschild_zoom55" src="http://universeacross.files.wordpress.com/2010/03/schwarzschild_zoom55.jpg?w=323&#038;h=426&#038;h=426" alt="" width="323" height="426" /></a></p>
<p><em>Martin Schwarzschild (1912-1997) Quelle: </em><a href="http://www.phys-astro.sonoma.edu/BruceMedalists/"><em>http://www.phys-astro.sonoma.edu/BruceMedalists/</em></a></p>
<p>Nach dem Modell von Schwarzkopf und Sandage finden die Kernfusionsreaktionen (Wasserstoffbrennen) in einem Stern nur innerhalb des Kernbereichs statt, weil nur hier Druck und Temperatur ausreichend hoch sind. Sterne sind nicht voll konvektiv, wie bis dahin angenommen, sondern untergliedern sich in Kern und Hülle zwischen denen kaum Materie ausgetauscht wird. Der Energietransport nach außen geschieht deshalb nicht durch Konvektion sondern durch Strahlung. Der Strahlungsdruck sorgt gleichzeitig für ein inneres Gleichgewicht im Stern, da er der Eigengravitation des Sternes entgegenwirkt, welche ansonsten den Stern in sich zusammenstürzen lassen würde. Erst knapp unterhalb der Sternoberfläche funktioniert der weitere Energietransport dann über eine konvektive Schicht. </p>
<p>Infolge des (fast) fehlenden Stoffaustausches zwischen Kern und Hülle bei einem  nichtkonvektiven Stern wird kein neuer Kernbrennstoff aus darüberliegenden Schichten nachgeliefert, wenn im Kern der Wasserstoff verbrannt wird. Ist der Kernbrennstoff  schließlich aufgebraucht, so erlischt das Wasserstoffbrennen im Kern und der Strahlungsdruck lässt sofort nach. Unter dem ungeheuren Druck der nun überwiegenden Eigengravitation verdichtet sich das Innere des Sternes und wird dabei immer heißer. Bei dem Schrumpfungsprozeß des Kerns werden enorme Mengen an (potentieller) Gravitationsenergie in Form von intensiver Strahlung  freigesetzt. Hinzu kommt häufig noch die Strahlung durch das Schalenbrennen des Wasserstoffs. Dazu kommt es, wenn in der Kugelschale direkt oberhalb des erloschenen Kernes, wo ja noch reichlich Wasserstoff vorhanden ist, Dichte und Temperatur soweit ansteigen, daß das Wasserstoffbrennen (also die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium) zünden kann.</p>
<p>Unter der Einwirkung starken Strahlung aus dem Inneren des Sterns  bläht sich die Sternhülle gewaltig auf. Dabei verteilt sich die Strahlungsenergie auf eine überproportional anwachsende Oberfläche. So wird pro Fläche weniger Energie abgestrahlt, die Oberfläche des Sterns kühlt ab, und der Stern erscheint nunmehr rot. Als roter Riese verläßt er die Hauptreihe des Hertzsprung-Russel-Diagramms. Aufgrund des enormen Strahlungsdrucks und der deutlich verringerten  Oberflächengravitation verliert der Stern erhebliche Mengen an gasförmiger Materie. Diese wird durch die vom Stern ausgehende Strahlung ionisiert und erscheint dann als ein in vielen Farben prächtig leuchtender &#8222;planetarischer“ Nebel. Der Stern selbst schrumpft nach dem Aufbrauchen aller nuklearen Brennstoffreserven unter der Wirkung seiner Eigengravitation auf einen Durchmesser von nur einigen Tausend Kilometern zusammen. Dabei steigen die Oberflächentemperaturen zunächst stark an und der Stern erscheint weiß. Dieser weiße Zwergstern kühlt dann langsam aus.</p>
<p>Schwarzschild und Sandage ermittelten für unterschiedliche Ausgangsmassen jeweils den Zeitpunkt, wo der Stern die Hauptreihe verlässt und zu einem roten Riesen wird. Damit konnten sie nun das ungefähre Alter von Kugelsternhaufen ermitteln und damit auch auf das Mindestalter des Universums schließen. Schwarzschild und Sandage kamen auf einen Wert von mindestens 3,2 Milliarden Jahren.</p>
<p>Sandage verfolgte aber noch eine weitere Strategie, um das Alter des Universums zu ermitteln. Ausgehend von der Rotverschiebung der meisten Galaxien konnte man auf die Geschwindigkeit schliessen, mit der sie sich voneinander entfernten. Das war ja eine der entscheidenden Entdeckungen Hubbles gewesen (s.o.). Rechnete man mit einer ausreichenden Anzahl von Galaxienrotverschiebungen zurück zu dem theoretischen Zeitpunkt, an dem sie noch alle in einem Punkt vereint waren, also zurück zu dem Zeitpunkt, wo die Expansion des Universums einsetzte, so kam man auf ein ungefähres Alter von 4 Milliarden Jahren. Problematisch war auch hier natürlich die Entfernungsbestimmung der Galaxien unabhängig von der Rotverschiebung, welche für die Kalibrierung der Entfernungsskala unabdingbar war. Bei großen Entfernungen gab es dabei große Unsicherheiten. Schon Hubble hatte sich damit herumgeschlagen.  </p>
<p>Mit zwei vollkommen unterschiedlichen Methoden hatte war es aber trotzdem erstmals gelungen, einen konkreten Hinweis auf das tatsächliche Alter des Universums zu finden. Die dabei gefundenen Ergebnisse lagen mit &gt;3,2 bzw. 4 Milliarden Jahren  größenordnungsmäßig  überraschend eng beieinander. Damit war nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Das Universum war zwar sehr alt, aber eben nicht unendlich alt. Bei aller gegebenen Vorsicht konnte man das als Durchbruch in der Kosmologie ansehen. Im Jahre 1954 wurde in der Presse ausführlich über die Arbeiten von Schwarzschild und Sandage berichtet.</p>
<p>Inzwischen geht man aufgrund einer mehrfach erfolgten Neukalibrierung der Entfernungsskala mit immer weiter verbesserten Methoden von einem  12-15 Milliarden Jahre alten Universum aus.</p>
<p><strong>1957 Sternentwicklung und die Entstehung der Elemente</strong></p>
<p>Die Astronomen Fred Hoyle (1915-2001), Margaret (geb. 1919) und Geoffrey Burbidge (1925-2010) und William Alfred Fowler führten die theoretischen Berechnungen von Schwarzschild und Sandage über die Sternentwicklung weiter. Ihr gut funktionierendes Sternenmodell, das die 4 Wissenschaftler im Jahre 1957 veröffentlichten, umfasste nicht nur alle im Hertzsprung-Russel-Diagramm vorkommenden Sterntypen, sondern erklärte auch erstmals widerspruchsfrei die Herkunft der schweren Elemente im Universum.</p>
<p>Wenn der Wasserstoff im Kern verbraucht ist, verlassen die Sterne wie oben beschrieben die Hauptreihe des Hertzsprung-Russel-Diagramms und blähen sich zu roten Riesen auf. Ursächlich ist die beim Schrumpfen des Kerns freigesetzte Gravitationsenergie und das Schalenwasserstoffbrennen.</p>
<p>Sterne mit weniger als 0,5 Sonnenmassen enden nach dem Ende des Schalenbrennens unter dem Einfluss ihrer Eigengravitation als ausgebrannte, hochkomprimierte weiße Zwerge, die nach und nach auskühlen.</p>
<p>In einem roten Riesen von mehr als 0,5 Sonnenmassen wird der Kern derart verdichtet, daß die Temperaturen für das Zünden des Heliumbrennens ausreichen. Bei dieser Kernfusionsreaktion verschmelzen Heliumkerne zu Kohlenstoff- und Sauerstoffkernen. In der Schale direkt über dem Kern wird es so heiß, daß es zum Wasserstoffschalenbrennen kommt (s.o.). Die Oberflächentemperatur steigt an, und der Stern gewinnt wieder ein inneres Gleichgewicht zwischen Eigengravitation und Strahlungsdruck. Wenn das Helium im Kern aufgebraucht ist, schrumpft der Kern wieder. In der Schale direkt oberhalb des Kerns zündet nach dem Wasserstoff- das Heliumbrennen, in einer weiteren Schale direkt darüber startet das Wasserstoffbrennen. Die überaus starke Energieabstrahlung bläht den Stern wieder zu einem roten Riesen auf. Wiederum verliert der Stern dabei viel Materie.</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2009/12/sternentwicklung-1.png"><img title="Sternentwicklung 1" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2009/12/sternentwicklung-1.png?w=600&#038;h=472&#038;h=472" alt="" width="600" height="472" /></a></p>
<p><em>Sternentwicklung (H=Wasserstoff, He=Helium, Fe=Eisen). Quelle: Wikipedia</em></p>
<p>Ist der Stern noch massereicher (mehr als 2,3 Sonnenmassen), so laufen in seinem Kern die Kernfusionsreaktionen bis zum Eisen hin weiter. Mehr geht aber nicht, weil die Fusion zu noch schwereren Elementen keine Energie mehr liefert, sondern verbraucht. Auch außerhalb des Kerns finden wieder in Abhängigkeit von Dichte und Temperatur Kernfusionsreaktionen statt. Der Stern weist dabei eine Art Zwiebelschalenstruktur auf: Im Kern  die Kernfusion bis zum Eisen, darüber die Heliumfusion zu Kohlen- und Sauerstoff und noch weiter außen die Wasserstofffusion zum Helium. Nachdem der Stern total ausgebrannt ist, stürzt er unter seiner Eigengravitation in sich zusammen und setzt eine bisher nicht gekannte Menge an Gravitationsenergie frei. </p>
<p>In einer spektakulären Supernovaexplosion stößt der Stern auf einen Schlag seine gesamte äußere Hülle ab. In Abhängigkeit von der Ausgangsmasse vor der Explosion endet der Stern entweder als Neutronenstern (wenn er trotz aller Masseverluste noch mehr als 1,4 Sonnenmassen hat), bei dem Protonen und Elektronen unter dem ungeheuren Druck zu Neutronen verschmelzen oder, wenn noch mehr als 3 Sonnenmassen übrig bleiben, sogar als Schwarzes Loch, das unter der Wirkung seiner enormen Eigengravitation eine von unserem Universum losgelöste Raum-Zeit-Blase (Singularität) ausbildet. Vielleicht die Geburt eines neuen Universums?</p>
<p>Die bei einer Supernovaexplosion freigesetzte Energie ist so gewaltig, daß auch Kernverschmelzungsreaktionen zu noch schwereren Elementen als Eisen stattfinden können.</p>
<p>Die Supernovaexplosionen aufeinanderfolgender Sternengenerationen reichern die interstellare Materie aus der sich immer wieder neue Sterne bilden können, nach und nach mit schweren Elementen an. </p>
<p>Die alten Sterne der Population II, vor allem in Kugelsternhaufen, elliptischen Galaxien oder den Zentren der Spiralgalaxien, enthalten nur geringe Konzentrationen an schweren Elementen (geringe &#8222;Metallizität&#8220;). Bei den jüngeren Sternen der Population I, die hauptsächlich in den Scheiben der Spiralgalaxien vorkommen, sieht das aber schon ganz anders aus. Sie enthalten große Mengen an schweren Elementen, eine gute Voraussetzung für die Bildung von Planetensystemen, darunter sicher auch einige mit erdähnlichen, belebten Planeten.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quellen: Das Echo des Urknalls: Kernfragen der modernen Kosmologie (engl.: Lonely Hearts of the Cosmos: The Story of the Scientific Quest for the Secret of the Universe), Dennis Overbye;  A study of the globular cluster M3, Allan Sandage (1953); The first 50 years at Palomar: 1949-1999 The Early Years of Stellar Evolution, Cosmology, and High-Energy Astrophysics, Allan Sandage; Wikipedia</p>
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			<media:title type="html">Sternparallaxe 1</media:title>
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			<media:title type="html">61_cygni_map_inv</media:title>
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			<media:title type="html">Hyaden Fluchtpunkt</media:title>
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			<media:title type="html">Sternstromparallaxe</media:title>
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			<media:title type="html">Spektralklassen HRD</media:title>
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			<media:title type="html">Leavitt_aavso</media:title>
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			<media:title type="html">Leavitt Fig.1 Fig.2</media:title>
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			<media:title type="html">Cepheiden und Abstandsgesetz</media:title>
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			<media:title type="html">Eddington 1919 Solar Eclipse</media:title>
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			<media:title type="html">m31p481959bsm[1]</media:title>
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			<media:title type="html">Hubble &#38; Hooker Telescope</media:title>
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			<media:title type="html">Hubble tune fork 1</media:title>
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			<media:title type="html">Hubble´s Law PNAS</media:title>
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			<media:title type="html">Geoge Gamow</media:title>
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			<media:title type="html">Allan Sandage</media:title>
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			<media:title type="html">HRD M3</media:title>
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			<media:title type="html">schwarzschild_zoom55</media:title>
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			<media:title type="html">Sternentwicklung 1</media:title>
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		<title>Ein ganz besonderer Komet</title>
		<link>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/02/05/ein-ganz-besonderer-komet/</link>
		<comments>http://weltlichtkegel.wordpress.com/2010/02/05/ein-ganz-besonderer-komet/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 16:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jenschristianheuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 1996 suchen Teleskope des von der US-Raumfahrtbehörde NASA und der US-Luftwaffe ins Leben gerufenen Projekts LINEAR (Lincoln Near Earth Asteroid Research) nach potentiell gefährlichen erdbahnkreuzenden Asteroiden. Weit über 2000 wurden schon gefunden. Vor ein paar Tagen nun, am 6.Januar 2010 entdeckte man im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter ein seltsames, auf den ersten Blick kometenartig erscheinendes Objekt, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltlichtkegel.wordpress.com&amp;blog=7985692&amp;post=92&amp;subd=weltlichtkegel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 1996 suchen Teleskope des von der US-Raumfahrtbehörde NASA und der US-Luftwaffe ins Leben gerufenen Projekts <a></a><a href="http://www.ll.mit.edu/mission/space/linear/">LINEAR (Lincoln Near Earth Asteroid Research)</a> nach potentiell gefährlichen erdbahnkreuzenden Asteroiden. Weit über 2000 wurden schon gefunden. Vor ein paar Tagen nun, am 6.Januar 2010 entdeckte man im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter ein seltsames, auf den ersten Blick kometenartig erscheinendes Objekt, das die Bezeichnung P/2010 A2 erhielt. Für einen Kometen hat es allerdings sehr untypische Eigenschaften. Da wäre erst einmal der Aufenthaltsort im Asteroidengürtel und dann die fast kreisförmige Umlaufbahn um die Sonne, eher wie ein Planet und Asteroid und nicht wie ein Komet, der meist eine mehr oder weniger langgestreckte Ellipse beschreibt, die meist bis ins äußere Sonnensystem reicht.</p>
<p> Das NASA-Weltraumteleskop Hubble lieferte inzwischen weitere interessante Details überP/2010 A2:</p>
<p><a href="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/asteroidenkomet.png"><img title="Asteroidenkomet" src="http://farawayworlds.files.wordpress.com/2010/02/asteroidenkomet.png?w=600&#038;h=444" alt="" width="600" height="444" /></a></p>
<p><em>Das Hubble-Weltraumteleskop fotografierte das kometenähnlich erscheinende Objekts P/2010 A2 im Asteroidengürtel am 29. Januar 2010. Quelle: </em><a href="http://hubblesite.org/"><em>http://hubblesite.org/</em></a></p>
<p>Zwar verfügt P/2010 A2 wie ein Komet über einen auffälligen Schweif, dieser besteht aber nur aus Staub und Geröll. Kometen setzen aber normalerweise bei der Annäherung an die Sonne auch große Mengen gasförmiger Stoffe frei, die durch den Strahlungsdruck und den Teilchenwind (Sonnenwind) der Sonne nach außen weggeblasen werden. Kometen werden oft als schmutzige Schneebälle bezeichnet. Sie bestehen aus Wassereis, gefrorenen Gasen wie Kohlendioxid (CO2), Kohlenmonoxid (CO), Ammoniak (NH3) und Methan (CH4), Silikaten, Mineralien und komplexen organischen Substanzen. Kometen sind aber ausgesprochen felsige Schneebälle, denn die festen überwiegen eindeutig die flüchtigen Bestandteile. Der eigentliche feste Kern eines Kometen ist vollständig von Gas und Staub eingehüllt. Diese Kernhülle, auch Koma genannt, entsteht, wenn der Komet die Jupiterbahn passiert hat. Flüchtige Bestandteile des Kometen verdampfen, wenn die Sonne seine Oberfläche erwärmt und reissen dabei kleine Staubteilchen mit. Erst später, bei noch größerer Annäherung an die Sonne, werden Strahlungsdruck und Sonnenwind ausreichend wirksam, damit sich aus Gas und Staub der für Kometen so charakteristischen Schweif bilden kann.</p>
<p>Bei dem Objekt P/2010 A2 ist der kompakte Kern klar zu erkennen, denn eine Koma gibt es nicht. Der Kern ist mit einer x-förmigen Struktur verbunden, die in den Schweif übergeht. Das X erscheint so deutlich, weil das Material hier dichter ist als im Schweif. </p>
<p>Die derzeit naheliegenste Interpretation ist, daß  P/2010 A2 aus der frontalen Kollision zweier Asteroiden hervorgegangen ist. Das würde das  Fehlen gasförmiger Substanzen Im Schweif erklären, da Asteroiden kaum flüchtige Bestandteile enthalten und natürlich auch die nahezu kreisförmige Bahn mit der das Objekts die Sonne umläuft. Das X markiert möglicherweise die Bahn der beiden Asteroiden und den Ort ihrer Kollision, wobei sie zwei  sich kreuzende Trümmerspuren hinterließen. Anscheinend wurde der eine Asteroid dabei vollkommen zerstört, während von dem anderen  Asteroiden noch ein recht großes, beschädigtes Teil übrig blieb, sichtbar als Kern vonP/2010 A2. Strahlungsdruck und Sonnenwind formten aus den kleineren Trümmerteilen einen Schweif.</p>
<p>Die meisten Astronomen davon aus, daß es im Asteroidengürtel recht häufig zu Kollisionen kommt. Noch nie zuvor wurde aber ein solcher Vorgang direkt beobachtet.</p>
<p>Asteroiden und Kometen sind Überreste der protoplanetaren Scheibe aus der die Planeten unseres Sonnensystems entstanden sind. </p>
<p>Vor über 4 1/2 Milliarden Jahren zog sich eine interstellare Gas- und Staubwolke unter dem Einfluß ihrer eigenen Schwerkraft zusammen und begann dabei zu rotieren. Wegen der Erhaltung des Drehimpulses wurde sie dabei immer schneller (wie eine sich drehende Eisläuferin, die ihre Arme anzieht)und flachte zu einer Scheibe ab. Im Zentrum nahmen Dichte und Temperatur immer mehr zu bis Kernfusionsprozesse zündeten und eine Stern entstand. Die Scheibe kühlte von außen nach innen langsam ab, so daß Kondensationvorgänge einsetzten, wobei die vielen Staubteilchen als Kondensationskerne wirkten. Langsam wuchsen die ersten Planetesimale heran, mit Durchmessern von bis zu einigen Kilometern.In Abhängigkeit der von innen nach außen abnehmenden Temperatur der Scheibe kondensierten im inneren, heißen Bereich vorwiegend metallische Teilchen, dann folgten die Silikate. Noch weiter außen, jenseits der sogenannten “Schneegrenze” überwogen dann ausgefrorene flüchtige Substanzen.</p>
<p>Die Planetesimale waren bald groß genug um weitere Material anzusammeln. Einige wuchsen zu Protoplaneten heran, viele Planetesimale wurden aber auch durch Kollisionen zertrümmert oder durch die Schwerkraft der Protoplaneten aus ihrer Bahn geworfen. Planetesimale aus der inneren Region der protoplanetaren Scheibe stürzten häufig in die Sonne, die meisten Planetesimale aus der äußeren Region sammelten sich aber in zwei  Ringen weit entfernt von der Sonne, dem Kuiper-Gürtel und noch weiter draußen in der Oortschen Wolke.</p>
<p>Jenseits der “Schneegrenze” entstanden die größten Protoplaneten, weil hier am meisten Kondensationsmaterie zur Verfügung steht.Diese konnten durch ihre starke Schwerkraft auch enorme Mengen flüchtiger Substanzen an sich binden. Es bildeten sich die Gasriesen, Planeten mit vergleichsweise kleinem festen Kern, umgeben von einer ungleich mächtigeren Innerhalb der &#8222;Schneegrenze&#8220; kondensierten vorwiegend Silikate und Metalle zu deutlich kleineren Protoplaneten aus. Unter dem Bombardement der noch vorhandenen kleineren Planetesimale schmolzen die Protoplaneten auf, so daß eine innere Differenzierung stattfinden konnte. Es bildeten sich Felsplaneten mit einem Kern aus schwereren Metallen (vorwiegend Eisen und Nickel), die zur Mitte sanken und einem Mantel und der Kruste aus den leichteren Silikaten. Die dann noch übriggebliebenen felsigen Planetesimale sammelten sich in einem Asteroidengürtel.</p>
<p>Innerhalb des Kuipergürtels und der Oortschen Wolke kommt es immer wieder zu Nahbegegnungen der dort kreisenden Planetesimale, wodurch einige aus ihrer Bahn in das innere Sonnensystem gelenkt werden. </p>
<p>Die Planetesimale des Kuipergürtels und der Oortschen Wolke erscheinen als Kometen, da sie ursprünglich jenseits der Schneegrenze entstanden sind und deshalb einen hohen Anteil gefrorener Substanzen enthalten, die sich bei der Annäherung an die Sonne verflüchtigen. </p>
<p>Wie man heute weiß, ist unser Sonnensystem kein Einzelfall. Es wurden schon viele protoplanetare Scheiben in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, hunderte Planeten und Analoga des Asteroiden- und Kuipergürtels bei anderen Sternen entdeckt. Die Bildung von Planeten ist also offensichtlich eine sehr häufige Begleiterscheinung bei der Sternentstehung.</p>
<p><strong>Jens Christian Heuer</strong></p>
<p>Quelle: <a href="http://hubblesite.org/">http://hubblesite.org/</a></p>
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